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Umfrage: Deutlich weniger Unternehmen ermöglichen Home Office

Corona erscheint rückblickend mitunter wie ein böser Traum. Mit einem Vorzug für viele Berufsgruppen: Home Office. Über die Hälfte der Unternehmen hat diese Option wieder eingeschränkt - und nimmt Nachteile in Kauf.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (54 Prozent) ermöglichen ihren Beschäftigten offenbar mobiles Arbeiten und Home Office: Das zeigt eine Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 600 Unternehmen. Seit der Hochphase der Corona-Pandemie hat zugleich mehr als die Hälfte dieser Unternehmen (56 Prozent) ihre Home-Office-Möglichkeiten zurückgefahren: 39 Prozent haben sie reduziert, 17 Prozent ganz abgeschafft.

Bei 29 Prozent sind die Regelungen unverändert geblieben, wie es weiter heißt. 14 Prozent haben Home-Office-Möglichkeiten dagegen ausgeweitet oder neu eingeführt. "Entscheidend ist heute nicht Home Office um jeden Preis, entscheidend ist ein Modell, das reibungslos funktioniert", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Wie häufig mobil oder im Home Office gearbeitet werden darf, hängt demnach stark von der Unternehmensgröße ab. Größere Unternehmen setzen häufiger auf flexible Regelungen ohne eine feste Zahl an Home-Office-Tagen. 17 Prozent aller befragten Unternehmen erlauben mehrere Home-Office-Tage pro Woche, 20 Prozent einen Tag pro Woche. Bei 3 Prozent ist Home Office seltener als einmal wöchentlich möglich.

Die Unternehmen sehen im mobilen Arbeiten spürbare Vorteile: 71 Prozent sagen, dass Beschäftigte dadurch Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können. Fast zwei Drittel (63 Prozent) beobachten, ohne dieses Angebot sei es schwieriger, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Aber es gibt auch Vorbehalte: 65 Prozent sagen, durch Home Office gehe der Zusammenhalt im Unternehmen verloren; 60 Prozent sind der Auffassung, dass dadurch die Integration neuer Beschäftigter erschwert werde.

Entscheidend ist laut Rohleder die richtige Balance: "Und die sieht je nach Unternehmen, Tätigkeit und Team unterschiedlich aus." So wollen 55 Prozent der Unternehmen ihre bestehenden Regelungen in den kommenden zwei Jahren unverändert fortführen, 3 Prozent planen eine Ausweitung zu mehr Home Office. 35 Prozent der Unternehmen möchten die Home-Office-Möglichkeiten jedoch reduzieren, 3 Prozent planen eine komplette Abschaffung.