Palästinenser beklagen Gewalteskalation bei Olivenernte
Die Gewalt extremistischer Israelis gegen palästinensische Bauern bei der Olivenernte hält an. 16 Angriffe binnen zwölf Stunden zählte die palästinensische Behörde für Dienstag - und warnt vor immer gefährlicheren Waffen.
Ramallah (KNA) Israelische Angriffe auf die Olivenernte im besetzten Westjordanland haben nach palästinensischen Angaben zuletzt stark zugenommen. Die Kommission für Widerstand gegen Kolonisierung und Mauerbau der Palästinensischen Behörde meldete 16 Angriffe auf palästinensische Olivenernter innerhalb von zwölf Stunden. Zu den dokumentierten Übergriffen extremistischer israelischer Siedler und der Armee gehörten Schüsse mit scharfer Munition, Schläge, Tränengas und Festnahmen, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur "Wafa" am Dienstagabend.
Ferner seien die Brandstiftung an einem landwirtschaftlichen Gebäude, Diebstähle von Erntewerkzeugen und geernteten Oliven, das Entwurzeln von Olivenbäumen sowie die Hinderung palästinensischer Bauern am Betreten ihres Landes verzeichnet worden.
Die Kommission spricht laut Bericht von einer gefährlichen Eskalation der Gewalt gegen palästinensische Olivenernter, unter anderem durch den Einsatz scharfer Munition. Sie warnt vor einer langfristigen Vertreibung von Palästinensern von ihren Ländereien und fordert ein internationales Eingreifen.
Palästinensische Bauern, Menschenrechtsaktivisten und Beobachter berichten von immer weiter eskalierender Gewalt extremistischer israelischer Siedler zur Zeit der Olivenernte, die offiziell am 15. Oktober begonnen hat. Vielfach verhindere die israelische Armee die Überfälle nicht oder richte sich gegen die Erntenden.
