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Lebenserwartung von Männern steigt - bei Frauen teils sinkende Werte

Frauen haben in Deutschland statistisch eigentlich eine längere Lebensspanne als Männer. Doch neuerdings gibt es je nach Region einen auffälligen Trend, der in eine andere Richtung geht.

Die statistische Lebenserwartung in Deutschland ist bei Männern zuletzt in allen Bundesländern gestiegen, bei Frauen aber zum Teil gesunken. Das zeigen neue Berechnungen für 2025, die das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden am Mittwoch veröffentlichte. Besonders auffällig war der Rückgang in Thüringen, wo Frauen ein halbes Jahr einbüßten und nun im Schnitt mit 83,2 Jahren starben. Auch Brandenburg, Bremen und Schleswig-Holstein verzeichneten leichte Rückgänge bei der weiblichen Lebensspanne.

Generell werden Frauen in der Bundesrepublik allerdings weiterhin älter als Männer. Den geringsten Abstand zwischen den Geschlechtern weist das Saarland auf, wo Frauen im Schnitt mit 82,1 Jahren und Männer mit 78,8 Jahren starben. Deutlich größer ist der Unterschied in Ostdeutschland: In Mecklenburg-Vorpommern etwa starben Männer statistisch mit 77,0 Jahren und Frauen mit 83,4 Jahren.

Eine der möglichen Erklärungen für die unterschiedlichen Trends bei Männern und Frauen sehen die Forscher beim Rauchen. "Die Auswirkungen des Tabakkonsums auf die Lebenserwartung entwickeln sich bei Männern und Frauen zeitlich sowie regional unterschiedlich", erläuterte der Leiter der Forschungsgruppe Mortalität beim Bundesinstitut, Pavel Grigoriev, in einer Mitteilung.

"Unter Männern war starkes Rauchen im 20. Jahrhundert sehr viel weiter verbreitet als unter Frauen, mit erheblichen Auswirkungen auf die Sterblichkeit", so der Forscher. Der Tabakkonsum ebbte bei Männern aber schon vor mehreren Jahrzehnten ab, so dass die negativen Folgen bereits zurückgehen." Bei Frauen habe sich das Rauchen erst ab etwa 1970 ausgebreitet, die negativen Folgen nähmen daher aktuell noch zu.