Fast drei Viertel der Verkehrstoten sind männlich
Männer sind häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt und tragen öfter die Hauptschuld. Auch das Risiko tödlicher Unfälle ist für sie deutlich höher als für Frauen.
Wiesbaden (KNA) Männer verunglücken deutlich häufiger im Straßenverkehr als Frauen. Im Jahr 2025 waren 58,2 Prozent oder 217.000 der Unfallgeschädigten männlich, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag anlässlich des Weltmännertags am 3. November mitteilte. 41,8 Prozent oder 156.100 Verunglückte waren weiblich. Je schwerer die Verletzungen, desto höher war der Männeranteil: Bei den Leichtverletzten lag er bei 57,1 Prozent, bei den Schwerverletzten bei 64 Prozent und bei den Getöteten bei 73,6 Prozent.
Auch gemessen an der Bevölkerung war das Unfallrisiko für Männer höher. Je 100.000 Einwohner verunglückten 2025 insgesamt 526 Jungen und Männer im Straßenverkehr. Bei Mädchen und Frauen waren es 369. Noch deutlicher fiel der Unterschied bei den tödlichen Unfällen aus: Auf 100.000 Einwohner kamen rund fünf männliche Verkehrstote, bei den Frauen waren es zwei.
Als mögliche Gründe nannte das Bundesamt die insgesamt stärkere Verkehrsteilnahme von Männern und ihre häufigere Nutzung von Verkehrsmitteln mit schwerwiegenderen Unfallfolgen, etwa Krafträdern. Zudem deuteten die Ergebnisse zu Unfallursachen auf ein vorsichtigeres Verhalten von Frauen hin.
Männer waren auch häufiger Hauptverursacher von Unfällen mit Personenschaden. Ihr Anteil lag bei 56,1 Prozent, bei Frauen waren es 50,4 Prozent. Auch unter den Autofahrern trugen Männer häufiger die Hauptschuld an Unfällen, an denen sie beteiligt waren (58,9 Prozent gegenüber 53,8 Prozent bei Frauen).
Bei beiden Geschlechtern waren Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren die häufigste Unfallursache. Bei Männern folgten zu geringer Abstand und nicht angepasste Geschwindigkeit. Bei Frauen waren es Vorfahrtsverstöße und mangelnder Abstand. Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer wurde bei Männern ebenfalls häufiger festgestellt als bei Frauen (6,8 gegenüber 2,4 Prozent).
Der Weltmännertag soll auf die geringere Lebenserwartung von Männern aufmerksam machen, für gesundheitliche Risiken sensibilisieren und zur Prävention beitragen.
