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Umjubelte Premiere von "Jesus Christ Superstar" in der Bonner Oper

Rockoper über die letzten Tage Jesu: Bis Juli läuft Andrew Lloyd Webbers Klassiker. Ein Lied daraus hat es sogar ins katholische Gesangbuch geschafft. Und ein Hauptdarsteller sorgt derzeit auch für Furore im Fernsehen.

Mit minutenlangen stehenden Ovationen ist am Samstagabend die Premiere von "Jesus Christ Superstar" in der Bonner Oper gefeiert worden. Bis Mitte Juli wird das legendäre Rockmusical von Andrew Lloyd Webber (Musik) und Tim Rice (Text) in der deutschen Fassung von Timothy Roller in Bonn gespielt.

Das oft auch als "Rockoper" bezeichnete Musical erzählt die letzten Tage Jesu bis zur Kreuzigung, wobei die Perspektive des Judas eine besondere Rolle spielt. Die Rolle des Verräters unter den Aposteln hat in Bonn der 31-jährige Countertenor Joel Zupan übernommen. Er ist zurzeit auch in der Castingshow "The Voice of Germany" bei Sat.1 und ProSieben zu sehen, wo er am Wochenende im Team von Popstar Nico Santos die nächste Runde erreichte.

Ursprünglich als Konzept-Album veröffentlicht, feierte das Musical 1971 am Broadway Premiere und sorgte anfangs für heftige Debatten. Konservative Christen warfen der Inszenierung Gotteslästerung vor, unter anderem weil sie die Göttlichkeit Jesu leugne und Judas zum Helden mache. Zu den Kritikern gehörte auch das American Jewish Committee, dass die Juden erneut als Mörder Jesu an den Pranger gestellt sah.

Der Vatikan allerdings reagierte gelassen: Einige Songs wurden bereits in den 1970er Jahren bei Radio Vatikan gespielt. Und in Deutschland hat die Melodie des Liedes "The Last Supper" (Das letzte Abendmahl) 2013 sogar Eingang in das katholische Gesangbuch "Gotteslob" gefunden - unter dem Titel "Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen".