Landesschülerbeirat beklagt Panikmache vor Schülerdemos
Junge Menschen benötigten keine Belehrung darüber, dass sie Innenstädte nicht verwüsten sollen, betont die Schülervertretung in Baden-Württemberg. Ziel der Demos am Samstag sei keine Randale. Die Politik solle zuhören.
Stuttgart (KNA) Der Landesschülerbeirat Baden-Württemberg sieht "Panikmache" vor den für Samstag bundesweit angekündigten Schülerprotesten. Noch bevor die Demonstrationen stattfänden, werde vor Ausschreitungen gewarnt.
"Statt sich mit den Anliegen der demonstrierenden Schülerinnen und Schüler auseinanderzusetzen, stellt man sie unter Generalverdacht", kritisierte Johannes Stahl, Vorsitzender des Landesschülerbeirats am Freitag in Stuttgart. "Diese wahnsinnige Polemik lenkt vom eigentlichen Problem ab: einer Politik, die jungen Menschen fast nie zuhört", erklärte Stahl.
Junge Menschen bräuchten "keine Belehrung darüber, dass sie keine Geschäfte zerstören oder Innenstädte verwüsten sollen", so Stahl. "Wir wissen das." Junge Menschen gingen nicht auf die Straße, weil sie randalieren wollten. "Sie sind auf der Straße, weil die Politik sie zu oft ignoriert."
Auf der Internetseite der Protestbewegung "GenZ regelt" heißt es, dass am Samstag in 34 Städten ab 14.00 Uhr Menschen "für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben" auf die Straße gingen. "Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie ohne uns über unsere Zukunft entschieden wird." Auch in mehreren Städten Baden-Württembergs sind Demonstrationen geplant: in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Freiburg, Lörrach und Ulm.
