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Viele kennen Gesundheits-Apps - Lage der Anbieter ist kritisch

Rückenschmerzen, Depressionen, Ernährungsumstellung: Bei vielen Herausforderungen können Apps im Alltag unterstützen, und offenbar finden das viele Menschen praktisch. Leicht haben es die Angebote allerdings nicht.

 Jeder und jedem Fünften (20 Prozent) in Deutschland wurde bereits eine App zur Unterstützung der eigenen Gesundheit verschrieben: Das zeigt eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Das Interesse an den Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGas) ist demnach groß: 49 Prozent sind der Auffassung, dass Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten häufiger darüber informieren sollten. Eingelöst haben allerdings nur 15 Prozent die Verordnung.

"Wer Wochen oder gar Monate auf einen Arzt- oder Therapietermin warten muss, sollte in dieser Zeit nicht allein gelassen werden", so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. 44 Prozent der Menschen in Deutschland würden laut Umfrage eine App nutzen, um lange Wartezeiten auf eine Behandlung zu überbrücken. Ein Drittel (33 Prozent) ist der Meinung, dass solche Anwendungen die Behandlung von Krankheiten oder Schmerzen im Alltag erleichtern.

Es gibt allerdings auch Skepsis: 41 Prozent der Befragten erklärten, eine App auf Rezept könne ihnen nicht weiterhelfen; 27 Prozent verstehen ihren Nutzen nicht. „Wem eine App auf Rezept helfen würde, sollte auch von dem passenden Angebot erfahren“, mahnte Rohleder. "Dafür brauchen Ärztinnen und Ärzte einen guten Überblick über die Anwendungen, und für Patientinnen und Patienten muss der Weg von der Verordnung bis zur Nutzung möglichst einfach sein."

Von Schwierigkeiten berichten indes die Anbieter. In einer separaten Bitkom-Befragung unter 34 Unternehmen, die Apps auf Rezept entwickeln oder anbieten, geben 85 Prozent an, dass sich ihre Situation in den vergangenen zwei Jahren verschlechtert habe. Rohleder: "Damit Unternehmen weiter investieren und neue Angebote entwickeln, brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und planbare Anforderungen."

Die Umfrage führte Bitkom Research laut Angaben im Auftrag des Digitalverbands durch. Dazu wurden 1.132 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt; die Ergebnisse sind demnach repräsentativ.