Caritas: Enttäuschung der Jugend über Politik nicht verwunderlich
In Frankreich haben Jugendproteste für Aufsehen gesorgt. Auch in Deutschland wollen junge Menschen am Wochenende auf die Straße gehen. Die Caritaspräsidentin hat Verständnis. Was sie der "Boomer Politik" vorwirft.
Berlin/Nürnberg (KNA) Die Proteste junger Menschen in Frankreich und anderswo zeigen für Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa einen wachsenden Konflikt zwischen den Generationen. Wenn etwa Schulen, Jugendzentren oder Büchereien zu wenig Geld bekommen, fühle sich die junge Generation im Stich gelassen, sagte sie der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Nürnberg.
"Wo die Generationenpyramide Kopf steht und Boomer Politik ohne Empathie für die Fragen der Jungen machen, bahnen sich Angst und Enttäuschung den Weg auf die Straße", so die Präsidentin. Gegen die Jungen könne sich der Wohlstand der Alten nicht verteidigen lassen. "Die Bilder vom guten Leben der Jungen entscheiden darüber, für welche Ziele sie Anstrengungen als lohnend erachten."
Welskop-Deffaa erinnerte an die laufende Jahreskampagne der Caritas, die unter dem Motto "Caritas verbindet Generationen" steht. Dieses Motto habe man bewusst gewählt: "Nur, wenn es gelingt, die Kompetenzen, Fragen und Visionen junger Menschen in unseren Institutionen vorrangig einzubeziehen, kann eine gute Zukunft für alle entstehen."
