Bundesschülerkonferenz warnt vor Ausschreitungen an Halloween
Für Samstag haben mehrere Initiativen zu einem landesweiten Jugend-Protesttag aufgerufen. Die Bundesschülerkonferenz befürchtet Ausschreitungen und erklärt, warum die Stimmung unter den Jugendlichen so schlecht ist.
Osnabrück (KNA) Vor dem geplanten Jugend-Protesttag am 31. Oktober warnt die Bundesschülerkonferenz (BSK) vor Gewalt und Ausschreitungen wie in den Nachbarländern. "Wir befürchten eine Entwicklung wie in Frankreich und wollen nicht, dass die Anliegen junger Menschen dadurch in den Hintergrund geraten", sagte Lilli Berthold, Vize-Generalsekretärin und kommissarische Sprecherin des BSK, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Die Bundesschülerkonferenz ist die ständige Konferenz der Landesschülervertretungen der deutschen Bundesländer. Sie wurde 2004 gegründet und vertritt die Interessen von Schülerinnen und Schülern in überregionalen bildungspolitischen Fragen.
"Unsere Sorge ist nicht, dass die Organisatoren selbst Gewalt wollen. Wir befürchten aber, dass andere Akteure solche Demonstrationen für ihre eigenen Zwecke nutzen könnten", so Berthold. Wenn das passiere, lasse sich womöglich nicht mehr sauber trennen, wer wofür die Verantwortung trage.
Neben anderen Gruppen hat auch die Initiative "Gen Z regelt" für Halloween zu einem bundesweiten Protesttag aufgerufen. Die Initiatoren kritisieren neben "kaputten Schulen" auch "Wehrpflicht und Musterung" sowie "mehr Überwachung". Der Nahost-Konflikt könnte laut Beobachtern ebenfalls zu einem Streitpunkt bei den Demonstrationen werden.
Das vorherrschende Gefühl Jugendlicher in Deutschland sei Resignation, sagte BSK-Sprecherin Berthold. Beim Wehrdienst werde über sie entschieden, in Sachen Rente hätten sie kaum eine Stimme. Und das Thema Klimaschutz sei wieder in den Hintergrund gerückt. Auch aus der Corona-Krisenzeit sei das Gefühl geblieben, dass die eigenen Bedürfnisse nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.
