Neue Vatikan-Kommunikationschefin spricht über sich und ihre Ideen
Mit 39 Jahren wird die US-Amerikanerin Montserrat Alvarado die jüngste Führungskraft an der Spitze einer Kurienbehörde im Vatikan. Kurz vor Amtsantritt erzählt sie einiges von sich - sowohl dienstlich als auch privat.
Irondale (KNA) Die designierte Kommunikationschefin des Vatikans, Montserrat Alvarado, hält weitreichende Veränderungen in der Struktur der Vatikan-Kommunikation für möglich. In einem Interview mit ihrem bisherigen Arbeitgeber, dem privaten katholischen Mediennetzwerk EWTN, sagte die US-Amerikanerin: "Es ist der Moment, in dem digitale und herkömmliche Formen der Kommunikation zusammenkommen."
Genau diesen Übergang habe Papst Leo XIV. bei EWTN beobachten können, sagte Alvarado. Deshalb sei es möglich, dass er etwas Vergleichbares auch für den Vatikan im Auge habe. Sie selbst nannte sich "Profi der nächsten Generation". Am 1. November übernimmt Alvarado die Gesamtleitung der Medien und der Kommunikation des Heiligen Stuhls.
Alvarado sagte, sie versuche noch zu verstehen, was der Papst auf dem Posten von ihr erwarte. Sie werde keinesfalls eine eigene Vision durchsetzen. "Vielmehr nehme ich eine Vision entgegen und setze sie um." Ohne konkret zu werden, deutete sie an, von Leo XIV. direkt für die Aufgabe angesprochen worden zu sein.
Zu möglichen Strukturveränderungen im vatikanischen Medienapparat sagte Alvarado, sie komme aus einem technikzentrierten Umfeld. Sie äußerte die Erwartung, dass Journalisten auf mehreren technischen Plattformen arbeiten könnten.
Als Vorbild für Personalführung verwies Alvarado auf die New Yorker Football-Trainerlegende Vince Lombardi (1913-1970) und erläuterte: "Du hast alle Spieler, die du brauchst, aber sie spielen auf der falschen Position. Also musst du die Dinge vielleicht neu ordnen, oder wir entdecken etwas ganz Neues." Außerdem werde sie Analyse-Instrumente nutzen, "um besser zu verstehen, was die Bedarfe der Kirche sind".
Alvarado, die als Kind mit ihren Eltern aus Mexiko in die USA eingewandert war, bestätigte in dem Interview auch ein Detail aus ihrem Privatleben: Demnach wurde ihre frühere Ehe annulliert, also kirchenrechtlich für niemals gültig geschlossen erklärt. Zu ihrer persönlichen theologischen oder kirchenpolitischen Ausrichtung erklärte Alvarado: "Jeder Katholik, der den Katechismus und die Bibel gelesen hat, weiß, was ich glaube."
