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Bischof Wilmer ruft zu entschiedenerem Einsatz für den Frieden auf

40 Jahre nach dem aufsehenerregenden ersten interreligiösen Friedenstreffen in Assisi kommen dort erneut Vertreter aller Religionen zusammen. Und der Einsatz für Frieden ist nötiger denn je, findet Bischof Wilmer.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, ruft zu einem entschiedeneren Einsatz für den bedrohten Frieden in der Welt auf. "Brutale Angriffskriege sind auf die Bühne der Weltpolitik zurückgekehrt, bewaffnete Konflikte nehmen zu", erklärte er in Bonn: "Und allzu oft wird auch der Name Gottes als Rechtfertigung für Gewalt missbraucht. Dem müssen wir als gläubige Menschen entschieden entgegentreten."

Frieden beginne im eigenen Herzen, ergänzte Wilmer mit Blick auf den Auftakt eines dreitägigen interreligiösen Friedenstreffens im mittelitalienischen Assisi. Dieses erinnert an das erste Gebetstreffen für den Frieden, das vor genau 40 Jahren für weltweites Aufsehen gesorgt hatte. Papst Johannes Paul II. hatte damals hochrangige Vertreter aller Religionen nach Assisi eingeladen, um dort für den Frieden zu beten.

"Nur wer im Inneren abrüstet, kann auch nach außen hin die Logik der Gewalt durchbrechen", fügte der Münsteraner Bischof hinzu. Der Geist von Assisi sei kein Erinnerungsstück, sondern ein bleibender Auftrag. "Von Herzen lade ich die Gläubigen der verschiedenen Religionen in unserem Land dazu ein, für den Frieden zu beten - verbunden mit zahlreichen Menschen auf der ganzen Welt."

Zu dem aktuellen Treffen unter dem Leitwort "Entwaffneter und entwaffnender Friede" werden mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet aus 53 Ländern. Darunter sind rund 380 hochrangige Persönlichkeiten aus Religion, Kultur und Politik. Papst Leo XIV. musste seine Teilnahme nach seiner Lungenoperation absagen. Er will allerdings zum Abschluss am 27. Oktober von Rom aus eine Botschaft an das Treffen senden, wenn ein gemeinsamer Friedensappell an die Welt unterzeichnet werden soll.

Bischof Wilmer würdigte die 40 Jahre Friedensarbeit, die damals in Assisi begann: "Die Welt stand im Schatten des Kalten Krieges und des atomaren Wettrüstens. In dieser gefährlichen Lage versammelte Papst Johannes Paul II. Menschen unterschiedlichen Glaubens, die ein gemeinsames Anliegen verband: beten für den Frieden."

Wilmer wies die damalige Kritik einer Religionsvermischung zurück. Jeder habe auf seine Weise gebetet. Johannes Paul II. habe einen klaren Auftrag aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil abgeleitet: "Die Religionen sollen nicht Teil der Konflikte sein, sondern gemeinsam einem nachhaltigen Frieden den Weg bereiten." 40 Jahre später sei diese Friedensbitte wieder besonders dringlich geworden.