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Kulturstaatsminister Weimer: ARD und ZDF müssen sich neu erfinden

Weniger Krimis, mehr Information; weniger Kochshows, mehr Hintergrund: So stellt sich der zuständige Minister die Zukunft von ARD und ZDF vor.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) spricht sich für eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus. Beispielsweise könne man überlegen, "die ARD nach dem Muster des bereits vor Jahren diskutierten Kleeblattmodells auf vier oder fünf Landesrundfunkanstalten zu reduzieren", schreibt er in der "Welt am Sonntag". Auch die "kostenintensive Koexistenz zweier bundesweiter Vollprogramme" solle man grundsätzlich überdenken: "Ein erster Schritt wäre, die Aufgabenteilung zwischen ARD und ZDF klarer zu definieren."

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk werde "als Vertrauensmedium und wichtiges Diskurskorrektiv dringend gebraucht", betonte Weimer. Aber sein Zustand sei besorgniserregend. Der beitragsfinanzierte Rundfunk sei überorganisiert, zu teuer, in eine Glaubwürdigkeitskrise geraten und erleide einen fundamentalen Bedeutungsverlust - nicht nur im Osten, sondern vor allem bei jüngeren Menschen.

Der Wandel "von einer Vollprogrammdenke kontinuierlichen linearen Sendens hin zu einer neuen Plattformwirklichkeit fragmentierten Medienkonsums" verlange, so der Minister weiter, "einen neuen, agilen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der sich konsequent auf seinen eigentlichen Zweck konzentriert: mehr Information als Krimis, mehr Hintergrund als Kochshows, mehr Kultur als Quizsendungen, mehr Bildung als Telenovelas".

Die Fortsetzung des Ansatzes, alles für alle anzubieten, und das gleich mehrfach, trage nicht mehr, fügte Weimer hinzu: "Denkverbote helfen uns nicht weiter. Wenn wir jetzt nicht über die bisherigen Reformschritte hinaus planen, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk in zehn Jahren aussehen könnte, werden diejenigen, die ihn ablehnen und schwächen wollen, die Deutungshoheit erringen.