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Zusammenfassung

Netanjahu droht nach Angriff im Westjordanland mit Großeinsatz

Ein palästinensischer Angriff heizt die Eskalation im Westjordanland an. Regierungschef Netanjahu droht mit weitreichenden Konsequenzen, die Armee zeigt sich entschlossen.

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Militärposten nahe der Stadt Hebron hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine massive Ausweitung der Militäroperationen im Westjordanland angekündigt. Er habe mit Verteidigungsminister Israel Katz einen Einsatz ins Auge gefasst, der nach seinen Worten in seiner Größenordnung seit dem Sechstagekrieg von 1967 beispiellos wäre, erklärte Netanjahu. Die Armee sei einsatzbereit; über den Zeitpunkt werde noch entschieden, die Vorbereitungen liefen jedoch.

Netanjahu kündigte als unmittelbare Maßnahmen an, dass die israelische Armee nach dem Vorbild früherer Einsätze in Flüchtlingslagern in Viertel vordringen werde, aus denen die Angreifer gekommen seien. Außerdem sollten Bewohner evakuiert und Häuser systematisch durchsucht werden. Ziel sei es, Waffen zu beschlagnahmen und terroristische Infrastruktur zu zerstören.

Zudem sollen die Städte Hebron und Halhul abgeriegelt werden. Israel will laut Netanjahu eine Ausweitung der Maßnahmen auf weitere Städte prüfen. Auch der beschleunigte Abriss illegal errichteter Häuser entlang von Routen, die israelische Streitkräfte nutzen, ist demnach vorgesehen.

Netanjahu bekräftigte seine Unterstützung für den Siedlungsausbau. Israel werde terroristische Strukturen zerstören und zugleich neue Siedlungsstrukturen schaffen. Er verwies auf mehr als 100 neue Gemeinden, die gebaut oder legalisiert werden sollten, sowie auf mehr als 100 Außenposten beziehungsweise Siedlungsfarmen.

Zwei Palästinenser hatten am Freitag laut israelischen Medienberichten das Feuer an einem Militärkontrollpunkt nahe Hebron im besetzten Westjordanland eröffnet. Demnach töteten sie zwei Soldaten und verletzten drei weitere. In einem über 20 Minuten dauernden Schusswechsel seien die beiden Angreifer getötet worden. Dabei soll es sich nach offiziellen Erkenntnissen um 27-jährige Männer aus Hebron handeln.

Auch Staatspräsident Isaac Herzog verurteilte den Anschlag. Für die Verletzten, die sich teils in sehr ernstem Zustand befänden, hoffe er auf vollständige Erholung. Herzog betonte, Israel sei weiterhin einer anhaltenden Terrorbedrohung ausgesetzt, die jederzeit entschlossenes Handeln erfordere.

Der israelische Generalstabschef Eyal Zamir teilte nach einem Besuch am Ort des Geschehens mit, erste Untersuchungen deuteten darauf hin, dass die Angreifer zu einem Anschlag auf israelische Zivilisten unterwegs gewesen seien. "Wir werden entschlossen handeln, alle Beteiligten verfolgen und erreichen." Die Armee sei in höchster Alarmbereitschaft. "Wir werden weiterhin zuschlagen und überall dort proaktiv handeln, wo es nötig ist", bekräftigte Zamir.