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Neue Website "Buchenwald war überall" - Sichtbarkeit und Recherche

Über 140 Außenlager verwaltete das Konzentrationslager Buchenwald in der NS-Zeit. Das Netzwerk reichte bis nach Frankreich. Eine virtuelle Karte zeigt aktuelle Gedenk-Angebote, Initiativen und historische Fakten.

Von der französischen Normandie bis nach Polen: Die neue Internetseite www.buchenwald-war-ueberall.de zeigt das große Netzwerk der über 140 ehemaligen Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Zudem sollen Akteure der Erinnerungskultur und ihre Angebote sichtbarer werden, wie der Förderverein Buchenwald bei der Präsentation erklärte. Es sei eine gemeinsame Plattform für Gedenkstätten, Vereine und ehrenamtliche Initiativen, die Besuchern zugleich historische Informationen biete. Der Förderverein begeht in diesem Jahre sein 30-jähriges Bestehen.

Sichtbarkeit und Vernetzung bekämen eine immer höhere Bedeutung, vor allem angesichts einer erstarkenden AfD, erläuterte Janos Varga vom Förderverein. An den kleineren Standorten hänge die erinnerungskulturelle Arbeit oft an Einzelkämpfern, nicht selten Ehrenamtlichen. Viele Initiativen seien von staatlichen Fördergeldern abhängig. Die Website zeige auch, dass es an 48 ehemaligen Außenlagern gar keine Gedenkzeichen gebe. "So verschwinden Täterorte, teils werden sie überbaut", erläuterte Varga.

Vom Stammlager Buchenwald aus wurden die Außenlager verwaltet. Oftmals sei es so gewesen, dass etwa rüstungsrelevante Unternehmen Arbeitskräfte angefragt hätten und die SS in Buchenwald ihnen dann Zwangsarbeiter zugeteilt habe. Diese wurden den Angaben zufolge dann in entsprechenden Lagern angesiedelt.

Kernstück der neuen Internetseite ist eine virtuelle Karte mit den jeweiligen Standorten. Dort können sich einerseits Akteure der Erinnerungsarbeit vorstellen und auch über aktuelle Termine, Angebote und Vorhaben informieren. Andererseits gibt es historische Informationen zu jedem Lager, etwa wie viele Menschen dort inhaftiert waren und wie viele dort starben.

In das KZ Buchenwald und seine Außenlager hatten die Nationalsozialisten zwischen 1937 und 1945 knapp 280.000 Menschen verschleppt, darunter Zehntausende Jüdinnen und Juden. Der Gedenkstätte zufolge wurden dort 56.000 Menschen ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten, durch Zwangsarbeit oder medizinische Experimente. US-Truppen befreiten die verbliebenen rund 21.000 KZ-Häftlinge am 11. April 1945.