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Meldung

Missio-Chef kritisiert Schweigen zu Religionsfreiheit in China

Fachleute berichten von einer massiven Einschränkung der Religionsfreiheit in China. Doch kaum jemand spricht das deutlich an. Schweigt auch die Bundesregierung aus Rücksicht auf die Wirtschaftsbeziehungen?

Das katholische Hilfswerk missio Aachen fordert die deutsche Politik auf, sich stärker für unterdrückte Christen in China und für die Religionsfreiheit im Land einzusetzen. "Könnte es sein, dass die politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten von China mittlerweile zu groß sind, als dass man es wagen könnte, derartige Missstände offen anzusprechen und daraus Konsequenzen zu ziehen?", fragt missio-Präsident Dirk Bingener in einem Beitrag für das Portal katholisch.de.

"Falls dem so ist, hätte die chinesische Führung das erreicht, was sie bezweckt", fügte er hinzu. "Angesichts massiver Einschränkungen der Religionsfreiheit wundert es, dass das Thema hierzulande in Politik und Gesellschaft nicht mehr Aufmerksamkeit erhält."

Bingener verwies darauf, dass Papst Pius XI. vor 100 Jahren - am 28. Oktober 1926 - in Rom sechs chinesische Priester zu Bischöfen geweiht habe, was zuvor mehr als 240 Jahre nicht möglich gewesen sei. Der damit angestoßene Aufbau einer einheimischen kirchlichen Leitung sei ein wichtiger Schritt für die Eigenständigkeit der Kirche in China gewesen.

Blicke man jedoch heute auf die Situation der Christen in dem ostasiatischen Land, stelle sich die Situation anders dar, ergänzte der missio-Chef. "Immer schärfere Restriktionen und Drangsalierungen seitens der kommunistischen Regierung setzen dem religiösen Leben enge Grenzen und drohen, es zu ersticken."

Das zeigten die jüngst zunehmenden Auswüchse staatlicher Repression, die gezielt die religiöse Kinder- und Jugendarbeit ins Visier nähmen, so Bingener weiter: "Chinesische Behörden verbieten inzwischen das Angebot von Religionsunterricht und den Besuch religiöser Feiern durch Minderjährige. An zahlreichen Kirchentüren finden sich Hinweisschilder, die den Eintritt von Kindern und Jugendlichen untersagen und die man hierzulande eher von Spielotheken kennt."

Hinzu komme, dass Überwachungskameras für eine weitgehende Kontrolle solcher und anderer staatlicher Vorschriften sorgten. Auch die Übertragung religiöser Feiern in Sozialen Medien werde nahezu vollständig unterbunden. Zugleich müssten seit 2025 Bischöfe, Priester und Ordensleute ihre Reisepässe abgeben und erhielten diese nur für genehmigte Auslandsreisen zurück: "Man versucht so, die Kirche in China international zu isolieren."