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Forscher: Keine zu großen Sorgen wegen Lesefähigkeit junger Leute

Online wird so viel gelesen und geschrieben wie nie zuvor, betont ein Literaturwissenschaftler. Die Sprachfähigkeit junger Leute ändere sich, aber gehe nicht verloren. Allerdings sieht er auch Herausforderungen.

 Der Literaturwissenschaftler Martin Puchner sieht trotz sinkender Lesefähigkeit junger Menschen keinen Grund zur Panik. Im Internet und den Sozialen Medien werde heute so viel gelesen und geschrieben wie nie zuvor, sagte der aus Franken stammende Forscher, der in Harvard lehrt, den "Nürnberger Nachrichten. Rein quantitativ werde daher nicht weniger gelesen.

"Junge Menschen, die mit diesen Medien aufwachsen, haben vielleicht nicht den langen Atem wie früher", sagte Puchner. "Aber sie agieren sehr schnell, sehr witzig, oft mit Sprachgefühl und Ironie. Da geht Sprachfähigkeit nicht verloren, aber sie prägt sich anders aus."

Lesen könne und solle man trainieren wie einen Muskel, sagte der Forscher. "Das ist ein Trainieren der Aufmerksamkeit und des Sprachverständnisses. Auch des Sich-Einlassens auf zunächst mal sperrig erscheinende Texte statt rasch abzublocken. Das sind alles Fähigkeiten, die nicht mehr selbstverständlich sind."

Mit Blick auf Künstliche Intelligenz sieht Puchner eine Kluft zwischen Menschen, die souverän damit umgehen und Fehler erkennen, und jenen, die sich zu sehr auf sie verlassen. Pädagogen müssten deshalb überlegen, welche Fähigkeiten sie künftig besonders fördern sollten.