Ukraine dankt Papst für Aufruf zur Waffenruhe in Frontstadt
In der ukrainischen Frontstadt Oleschky drohen Menschen zu verhungern. Bringt das Telefonat zwischen Papst Leo und Kremlchef Putin ihre Rettung näher? Kiew ist dem Kirchenoberhaupt jedenfalls dankbar.
Kiew (KNA) Die ukrainische Regierung begrüßt Papst Leos XIV. Forderung nach einem Waffenstillstand für die von russischen Truppen besetzte südukrainische Frontstadt Oleschky. Er wolle Papst Leo XIV. persönlich dafür danken, dass er Kremlchef Wladimir Putin zu einer Waffenruhe in Oleschky aufgerufen habe, damit humanitäre Hilfe geliefert werden könne, schrieb Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X. Die Menschen in der großenteils zerstörten Kleinstadt bräuchten zum Überleben keine bloßen Bekundungen der Besorgnis, sondern sofortige Taten.
Etwa 1.700 Menschen seien in Oleschky gefangen, so Sybiha. "Der einzige Fluchtweg ist vermint und wird von Kampfdrohnen überwacht." Wer versuche zu fliehen, riskiere, getötet zu werden. Seinen Angaben zufolge gehen dem Krankenhaus in der Stadt die Medikamente aus. Der Außenminister warf Russland vor, Oleschky in eine "Todesfalle" verwandeln zu wollen.
Der Papst hatte noch aus der römischen Gemelli-Klinik mit Putin telefoniert und seine tiefe Besorgnis über die "ernste humanitäre Lage" in Oleschky zum Ausdruck gemacht, wie der Vatikan mitteilte. Leo XIV. rief zu einem Waffenstillstand auf, um die Bereitstellung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie eine freiwillige und sichere Evakuierung der belagerten Stadt zu ermöglichen. Zudem bekräftigte er das Engagement des Heiligen Stuhls für die Förderung von Dialog und Frieden.
Putin unterstützte in dem Gespräch mit dem Papst laut Kremlangaben die "Absicht des Vatikans, zur Schaffung von Bedingungen für die Sicherheit der Bevölkerung der Stadt und für die Organisation lebenswichtiger Lieferungen beizutragen". Eine Feuerpause für Oleschky kündigten allerdings bisher weder Moskau noch Kiew an.
