Studie: Umzug im Alter sollte so früh wie möglich stattfinden
Das Haus ist nicht barrierefrei, die Kinder sind weit weg - aber das Altersheim ist auch keine Lösung? Gründe für einen Wohnungswechsel im Alter gibt es viele. Hinausschieben sollte man die Entscheidung nicht, so Experten.
Vechta (KNA) Eine Wohnungswechsel im Alter sollte laut einer Untersuchung so früh wie möglich erfolgen. Die Anpassung an das neue Umfeld falle mit der Zeit immer schwerer, so das Ergebnis von Studien der Universität Vechta. Die Ergebnisse wurden jetzt im internationalen Gereontologie-Journal "Innovation in Aging" veröffentlicht.
"Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ältere Menschen über mögliche Umzüge entscheiden. Welche Merkmale einer neuen Wohnsituation sind dabei relevant für sie und welche Veränderungen zeigen sich nach einem erfolgten Wohnungswechsel?", erklärte Manuela Schulz von der Universität Vechta. Dabei gehe es um Umzüge in passendere Wohnungen oder Häuser, zum Kauf oder zur Miete, die einen Wechsel in ein Heim vorerst verhindern.
Auf Grundlage von Längsschnittdaten des Deutschen Alterssurveys wurde demnach untersucht, wie sich Wohnsituation und Gesundheit während und nach einem Umzug entwickelten. Die Analysen zeigen, dass sich durch einen Umzug insbesondere Aspekte der Wohnungsausstattung wie etwa barrierefreie Badezimmer und des Wohnumfelds, etwa Einkaufsmöglichkeiten, verbesserten.
Dabei bestanden deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Verbesserungen der altersgerechten Wohnungsausstattung waren besonders im hohen Alter ausgeprägt, während sich Veränderungen des Wohnumfelds vor allem bei Personen in ihren 70ern zeigten.
Auch gesundheitliche Verläufe unterschieden sich nach Alter. Bei Menschen im sehr hohen Alter waren rund um den Umzug deutliche Einbußen der funktionalen Gesundheit zu beobachten; danach stabilisierte sich die Entwicklung.
Ebenfalls wurde untersucht, welche Merkmale einer potenziellen neuen Wohnung die Bereitschaft zu einem Umzug beeinflussen. Personen, die aktuell Eigentümer sind, achteten laut Angaben bei der Wahl der neuen Wohnung mehr auf die Ausstattung sowie die Nähe zu den Angehörigen. Personen, die aktuell zur Miete wohnten, achteten bei der Wahl der neuen Wohnung eher auf den Preis.
Altersforscherin Schulz empfahl, sich grundsätzlich vorausschauend mit der Wohnsituation im Alter auseinanderzusetzen. "Ein Umzug muss nicht erst dann zum Thema werden, wenn Treppen, gesundheitliche Einschränkungen oder Unterstützungsbedarf das Wohnen im bisherigen Zuhause akut erschweren." Stattdessen könne es sinnvoll sein, früher mit der Familie darüber zu sprechen, welche Wohnsituation langfristig gewünscht und realistisch ist.
