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Vatikan: Papst verbrachte nach Krebs-OP eine ruhige Nacht

Die Nachricht, dass es sich bei dem "Knoten" in der Lunge des Papstes um einen bösartigen Tumor handelt, löst Besorgnis aus; nicht zuletzt, weil Leo XIV. bald in seine zweite Heimat Südamerika reisen will.

Papst Leo XIV. hat nach seiner schweren Lungen-Operation eine ruhige Nacht verbracht. Im Laufe des Tages soll es weitere Informationen geben, teilte der Vatikan am Mittwochmorgen in einem knappen Statement zum Gesundheitszustand mit.

Dem 71-jährigen Kirchenoberhaupt war am Dienstag ein bösartiger Lungentumor entfernt worden. Bei der rund 90-minütigen Operation in der römischen Gemelli-Klinik wurde dabei ein Lappen der rechten Lunge entfernt, in dem sich das Adenokarzinom befand, wie der Vatikan am Abend mitteilte. Ein Lungenlappen umfasst etwa 20 bis 25 Prozent der Lunge.

Nach dem Eingriff, der ohne Komplikationen verlaufen sei, sei der Papst regulär aufgewacht und in sein Zimmer im zehnten Stock der Klinik gebracht worden. Es befindet sich nicht in den für Päpste vorgesehenen Räumen, da die derzeit renoviert werden. Leos Vorgänger Johannes Paul II. und Franziskus waren häufiger in dem renommierten katholischen Lehrkrankenhaus behandelt worden.

Aus dem vom Vatikan am Dienstagabend verbreiteten Kommuniqué geht hervor, dass der Verdacht auf einen bösartigen Tumor bereits seit einer früheren Untersuchung bestand. Unmittelbar nach der Operation sei er durch eine feingewebliche Schnellschnittuntersuchung bestätigt worden. Über die Größe des Karzinoms wurde nichts mitgeteilt. Von ihr hängt ab, ob nach dem chirurgischen Eingriff zusätzlich Strahlen- sowie Chemotherapien geboten sind.

Der Papst soll etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben. Alle öffentlichen Termine bis zum 20. Oktober sind abgesagt. Ob Leo XIV. seine für Anfang November geplante knapp zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru wird absolvieren können, ist abzuwarten. Leo XIV. stammt aus den USA und wurde im Mai 2025 zum Nachfolger von Papst Franziskus gewählt. Er ist sportlich, nicht als Raucher bekannt und hatte zuletzt keine gesundheitlichen Probleme.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünschte dem Kirchenoberhaupt eine baldige und vollständige Genesung nach seiner Lungen-Operation. Er habe mit Sorge und Anteilnahme von der OP erfahren, sagte Steinmeier der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

"Die Stimme des Papstes zu den aktuellen Fragen und Herausforderungen unserer Zeit ist für viele Menschen weltweit, auch in Deutschland, über die konfessionellen Grenzen hinaus von besonderer Bedeutung und wertvoll", fügte Steinmeier hinzu. Ihm selbst sei die persönliche Begegnung mit Leo XIV. im September 2025 in guter Erinnerung.

Auf den Social-Media-Kanälen der Deutschen Bischofskonferenz schrieb deren Vorsitzender, Bischof Heiner Wilmer, am Abend: "Wir wünschen dem Heiligen Vater nun vor allem Ruhe und Kraft für seine Genesung. In den kommenden Tagen werden wir ihn besonders in unsere Gebete einschließen."