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Krebsforscher: Persönliches Krebsrisiko wird stark unterschätzt

In Studien des Deutschen Krebsforschungszentrum unterschätzen die Deutschen ihr persönliches Krebsrisiko. Und halten ihren Lebensstil für gesünder als er ist. Die Forscher wollen jetzt persönlicher informieren.

Laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums wird das persönliche Krebsrisiko in Deutschland dramatisch unterschätzt. Nur zwölf Prozent gingen von einem "eher hohen" oder "sehr hohen" Risiko aus, selbst an Krebs zu erkranken, heißt es in der am Montag in Heidelberg veröffentlichten Studie der Wissenschaftler.

Tatsächlich erhält statistisch fast jeder zweite Deutsche im Lauf seines Lebens eine Krebsdiagnose, wie aus aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Auch bei der Einschätzung, wie gesund der eigene Lebensstil ist, zeigt die repräsentative Befragung von rund 1.600 Bundesbürgern Widersprüche auf: Zwei Drittel bezeichnen ihre Lebensweise als gesund. Gleichzeitig räumt laut Krebsforschungszentrum ein großer Teil beispielsweise Bewegungsmangel, Übergewicht, Alkohol- oder Tabakkonsum ein. Die Forscher berichten zudem von Wissenslücken über Krebsursachen und Risikofaktoren.

Auch Falschinformationen zur Krebsentstehung - etwa durch die Nutzung von Deos, Plastiktrinkflaschen oder den Verzehr genetisch veränderter Lebensmittel - wurden in der Befragung kaum erkannt.

"Viele Menschen fühlen sich gut informiert und halten ihre Lebensweise für gesund - gleichzeitig unterschätzen sie offenbar Risiken in ihrem Lebensstil", sagte Studienautorin Ursula Will. Für wirksame Aufklärung und Prävention von Krebs reiche es daher nicht aus, allgemeines Wissen zu vermitteln. "Entscheidend ist, den Bezug zum eigenen Risiko und zum eigenen Verhalten herzustellen", sagte Will.

Laut der aktuellen Statistik des Robert Koch-Instituts erhielten im Jahr 2023 rund eine halben Million Menschen in Deutschland eine Krebsdiagnose: 276.400 Männer und 241.400 Frauen. Fast jeder zweite Deutsche erkrankt demnach im Laufe seines Lebens an Krebs. Die Zahl der Krebstodesfälle ging in den vergangenen Jahren aber deutlich zurück.