Neuer Weltindex zeigt Fortschritte bei Gesundheit von Mädchen
Kurz vor dem Weltmädchentag am 11. Oktober nimmt eine neue Analyse die Gesundheit von Mädchen in den Blick. In vielen Ländern gibt es gute Entwicklungen. Aber es bleibt noch viel zu tun.
Hamburg/Berlin (KNA) Die Gesundheit von Mädchen hat sich einer neuen Analyse zufolge seit Beginn des Jahrtausends in vielen Ländern verbessert. Zwischen 2000 und 2023 gab es in 178 von 192 untersuchten Ländern eine positive Entwicklung. Das zeigt der erste "Weltmädchenindex", den die Entwicklungs- und Hilfsorganisation Plan International und das Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum am Donnerstag veröffentlicht haben.
Demnach hat sich die Sterblichkeit von Mädchen in dem Zeitraum weltweit mehr als halbiert: Starb im Jahr 2000 im Schnitt noch fast jedes 800. Mädchen, war es 2023 nur noch jedes 1.700. Zugleich sank die Wahrscheinlichkeit für Mädchen, ein Kind zu bekommen, in dieser Zeit um ein Drittel. 2000 bekam im Schnitt noch jedes 31. Mädchen weltweit ein Kind, 2023 war es nur noch jedes 48. Mädchen.
Der Index betrachtet die Gesundheit von Mädchen im Alter zwischen 5 und 19 Jahren. Verglichen wurden die Faktoren Sterblichkeit, die Geburtenrate bei Mädchen und jungen Frauen, Müttersterblichkeit, Blutarmut und sexuell übertragbare Krankheiten. In zwei Jahren soll der Index um die Themen Bildung, Schutz sowie Chancen und Teilhabe erweitert werden.
Trotz aller Fortschritte weist die aktuelle Analyse auch auf Probleme hin: So lebten weiterhin rund 290 Millionen Mädchen - und damit fast jedes dritte - in den 66 Ländern mit niedriger oder sehr niedriger Mädchengesundheit. Weniger als jedes zehnte Mädchen lebt dagegen in einem der 51 Länder mit sehr hoher Mädchengesundheit.
Jede Stunde würden statistisch gesehen weltweit fast fünf Mädchen durch Schwangerschaft oder Geburt sterben. Zudem wachse die Ungleichheit zwischen Ländern seit der Corona-Pandemie wieder.
