• Deutschland DEU
  • Regierung
  • Kirche
  • Gesellschaft
  • Extremismus
Meldung

Bischof Feige: Recht und Freiheit in Sachsen-Anhalt keine Farce

An diesem Dienstag konstituiert sich der neue Landtag von Sachsen-Anhalt, mit der AfD als stärkster Fraktion. Bischof Gerhard Feige blickt ernüchtert und besorgt auf die Situation. Sieht aber durchaus Hoffnungspunkte.

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige ist angesichts der Situation in Sachsen-Anhalt nach eigenen Worten ernüchtert und besorgt, aber nicht verzweifelt. "Ich gehe davon aus, auch weiterhin in einem Land zu leben, in dem Einigkeit und Recht und Freiheit, wie es in unserer Hymne heißt, nicht zur Farce verkommen", sagte der katholische Geistliche im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag in Magdeburg, wo sich am Vormittag der neu gewählte Landtag von Sachsen-Anhalt konstituiert.

"Immerhin gibt es in Sachsen-Anhalt noch eine Mehrheit, für die die liberale Demokratie ein hoher Wert ist und nicht nur ein Mittel zum Zweck", so Feige. Er könne sich nicht vorstellen, in einer "muffigen, deutsch-tümelnden Umgebung" zu leben: "Und ich bin sicher, dass sich die meisten Sachsen-Anhalter nicht wieder abschotten lassen, sondern genauso wie ich weltoffen und ausländerfreundlich bleiben." Zivilgesellschaftlich vernetzt, werde sich die Kirche weiterhin für die Würde jedes Menschen, ein tolerantes Miteinander und den sozialen Frieden einsetzen.

Nach der Wahl vom 6. September kommen die 83 gewählten Abgeordneten erstmals gemeinsam im Landtag zusammen. Die konstituierende Sitzung wird um 11 Uhr von Alterspräsidentin Eva von Angern (Linke) eröffnet. Höhepunkt ist die Wahl des Landtagspräsidenten. Die AfD-Fraktion hat 39 Sitze und schlägt ihren parlamentarischen Geschäftsführer Tobias Rausch vor. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich erst im Dezember der Wahl zum Ministerpräsidenten stellen. Seiner Partei fehlen drei Stimmen für die notwendige Mehrheit.