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Meldung

Ärzte ohne Grenzen: Ebola-Ausbreitung in Kongo-Hauptstadt ist möglich

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo fordert immer mehr Tote. Noch gibt es die meisten Fälle im Osten des Landes. Experten denken allerdings über weitere Szenarien nach.

Ein Ausbreiten der Ebola-Epidemie in die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo ist aus Sicht von Ärzte ohne Grenzen möglich. Das Misstrauen der Bevölkerung gegen die medizinischen Einsatzteams sei weiterhin hoch. Entsprechend würden viele Fälle erst zu spät erkannt und behandelt, erklärte die Medizinische Teamleiterin des Hilfswerks vor Ort, Cordula Häffner, am Freitag. Es sei daher denkbar, dass ein noch symptomfreier Patient den Erreger nach Kinshasa trage.

Häffner unterstrich die Rolle von weiterer Aufklärung. Zwar könnten nur die Symptome behandelt werden, aber durch ein frühes Einschreiten ließen sich Todesfälle vermeiden. Das höchste Übertragungsrisiko herrscht laut Ärzte ohne Grenzen nach dem Tod eines Patienten. Manuel Albela Miranda, Epidemiologe bei Ärzte ohne Grenzen, bekräftigte, dass es mehr schnelle Einsatzteams und mehr Mittel brauche. "Der Ausbruch ist noch nicht unter Kontrolle."

Der Ausbruch in der Region Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo gilt als der sich am schnellsten ausbreitende, den es bei Ebola je gegeben hat. Das zentralafrikanische Land meldete den Ausbruch Mitte Mai. Seither hat es rund 8.000 bestätigte Infektionsfälle gegeben. Die Gesundheitsagentur der Afrikanischen Union meldete zuletzt mehr als 4.000 Todesfälle. Verursacht wird der Ausbruch durch das seltene Bundibugyo-Virus.