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Meldung

Publizist Czollek: Die Gefahr droht dem jüdischen Leben von rechts

Der Lyriker Max Czollek begrüßt den Erfolg der Linken in der Bundeshauptstadt. Sie habe erfolgreich einen Gegenentwurf vorgelegt. Als Bedrohung nimmt er die Erfolge der AfD wahr.

Der Publizist und Lyriker Max Czollek sieht die bei weitem größte Gefahr für jüdisches Leben in Deutschland nicht bei der Linken, sondern bei der Rechten. "Mein Bedrohungsgefühl steigt mit jeder steigenden Umfrage für die AfD. Und das bedeutet auch, ich fühle mich fundamental stärker durch die AfD bedroht als durch die Linke", sagte Czollek der christlichen Zeitschrift "Publik-Forum". "Ich habe Angst vor dem zunehmend realen Szenario, dass die AfD irgendwo regiert. Denn dann verändert sich der Staat. Da geht es nicht nur darum, dass ich auf der Straße angepöbelt werde."

Mit Blick auf muslimischen Antisemitismus in Berlin sagte der Autor: "Mich irritiert bei solchen Debatten schon etwas die Vorstellung, jüdisches Leben in Deutschland sei früher sicher gewesen. Jüdische Veranstaltungen finden seit jeher unter Polizeischutz statt. Ich war auf der jüdischen Schule, die war 24 Stunden am Tag gesichert, und für jeden Ausflug brauchten wir ein Sicherheitskonzept." Das sei nichts Neues. "Die Vorstellung, das sei jetzt plötzlich so, weil es mehr Muslime oder eine stärkere Linke gibt, ist Unsinn."

Der Berliner Czollek begrüßte den Wahlerfolg der Linken. Die Partei habe einen Gegenentwurf zu einer zunehmend aussichtslos wirkenden politischen Situation vorgelegt. Besonders interessant findet er deren Orientierung auf konkrete soziale Fragen: "Sozialpolitik statt Identitätspolitik" sei ein Ansatz, der weit über Berlin hinausweise und einen Weg für die Demokratie in Deutschland eröffnen könne.