Umfrage: Nicht nur Staat für Sozialdienste verantwortlich
Immer mehr Menschen fragen sich, wer sich im Alter um sie kümmern soll. Zugleich steht das Sozialsystem hierzulande unter Druck. Eine Umfrage zeigt nun, wen die Bevölkerung in der Verantwortung sieht.
Berlin (KNA) Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland sieht nicht allein den Staat beim Angebot sozialer Infrastruktur in der Pflicht. Laut einer am Montag veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag der Diakonie Deutschland fordern 48 Prozent ein Zusammenspiel verschiedener Träger.
Für mehr als ein Drittel steht der Staat in der Hauptverantwortung. Zwölf Prozent sehen diese bei "freien gemeinnützigen Organisationen". Lediglich ein Prozent will soziale Leistungen vorrangig privaten Unternehmen überlassen. Den Angaben zufolge wurden für die Erhebung 2.000 Personen ab 18 Jahren telefonisch befragt.
Zu den nicht-staatlichen Organisationen, die sozial tätig sind, zählen neben der Diakonie etwa auch die Caritas, die Arbeiterwohlfahrt und das Deutsche Rote Kreuz. Sie bieten unter anderem Kinderbetreuung, Altenpflege und Krisenberatung an. Die Einrichtungen finanzieren sich zu einem großen Teil aus öffentlichen Mitteln.
Diakonie-Präsident Rüdiger Schuche erklärte: "Gemeinnützige Träger und ein handlungsfähiger Staat genießen großes Vertrauen." Reine Spardebatten seien dagegen nicht hilfreich, wenn es um Daseinsvorsorge gehe. Die Regierungskoalition müsse diese Botschaft ernst nehmen und auf die Erwartungen der Menschen Rücksicht nehmen.
Angesichts knapper Haushaltsmittel und eines demografisch steigenden Bedarfs an Sozialleistungen plant die Bundesregierung eine Reform der Sozialsysteme. Dabei stehen auch Leistungseinschnitte zur Diskussion.
