Menschen in Deutschland essen offenbar erneut weniger Fleisch
Am Donnerstag ist Weltvegetariertag. Zu diesem Anlass zeigt sich, dass Fleisch zwar einen festen Platz auf deutschen Esstischen behält. Zugleich wächst jedoch die Offenheit für Alternativen.
Köln (KNA) Der Fleischkonsum in Deutschland bleibt offenbar im Wandel: Mehr als jeder dritte Haushalt greift inzwischen auch auf Ersatzprodukte zurück, wie aktuelle Daten des Meinungsforschungsinstituts YouGov und des Sinus-Instituts zeigen. 64 Prozent der Befragten zeigen sich indes skeptisch: Sie haben den Eindruck, dass viele vegetarische und vegane Ersatzprodukte zu viele Zusatzstoffe enthalten. Der Trend geht demnach zu einem flexibleren Umgang mit Fleisch.
So haben zwischen Januar und Juli dieses Jahres 93 Prozent der deutschen Haushalte Fleisch und Geflügel gekauft, wie es heißt. Gegenüber 2022 entspricht dies einem Rückgang der Käuferreichweite um 2 Prozentpunkte. Gleichzeitig stieg die gekaufte Menge um 3 Prozent. Besonders gefragt bleibt Geflügel: Hähnchen macht mittlerweile 35 Prozent des gesamten Fleischabsatzes aus und liegt damit vor Schweinefleisch mit 32 Prozent.
Bei Wurstwaren zeigt sich ein anderes Bild. Zwar kauften 95 Prozent der Haushalte weiterhin Wurstprodukte, jedoch gingen sowohl Käuferreichweite (minus 2 Prozentpunkte gegenüber 2022) als auch Absatzmenge (minus 2 Prozent) zurück.
"Viele Menschen möchten sich bewusster und ausgewogener ernähren und ihren Fleischkonsum reduzieren, ohne jedoch vollständig darauf zu verzichten", erklärte Petra Süptitz, Director Insights and Future Growth bei YouGov. "Flexitarismus bietet genau diesen Mittelweg zwischen gesundheitlichen, ethischen oder nachhaltigkeitsbezogenen Ansprüchen und dem Wunsch nach Genuss und Flexibilität im Alltag."
28 Prozent der Deutschen beschreiben sich demnach selbst als Flexitarier: Das Kofferwort aus "flexibel" und "Vegetarier" bezeichnet Menschen, die sich überwiegend vegetarisch ernähren, aber gelegentlich bewusst Fleisch oder Fisch essen.
Mehr als jeder vierte fleischessende Befragte (27 Prozent) plant, den Konsum von Fleisch und Wurst zeitnah zu reduzieren; lediglich 2 Prozent möchten ihn erhöhen. Zugleich stimmt knapp die Hälfte der Fleischessenden der Aussage zu, dass es ihnen guttun würde, weniger Fleisch, Wurst und Fisch zu essen (43 Prozent). 22 Prozent dieser Gruppe können sich vorstellen, komplett vegetarisch zu leben, lediglich 14 Prozent sogar komplett vegan.
Die Angaben basieren auf einer Online-Befragung unter 2.023 Personen ab 18 Jahren sowie Interviews des YouGov-Panels.
