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Forscher: Feiertage kosten die Wirtschaft weniger als gedacht

Feiertage bremsen die Wirtschaft messbar. Laut einer aktuellen Studie fallen die Einbußen aber begrenzt aus. Ein Argument für die Abschaffung von Feiertagen seien die Ergebnisse jedenfalls nicht.

Gesetzliche Feiertage beeinflussen die Wirtschaft nicht so sehr, wie einfache Hochrechnungen nahelegen: Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, wie dieses am Montag mitteilte. Feiertage seien nicht kostenlos, die ökonomischen Kosten blieben aber überschaubar und ließen Platz für gesellschaftliche Abwägungen, sagte Studienautor Eduard Brüll.

Im verarbeitenden Gewerbe gebe es in Monaten, in denen ein Feiertag auf einen Sonntag fällt, etwa drei Prozent höhere Umsätze pro Beschäftigtem und rund 2,5 Prozent mehr Arbeitsstunden als in Monaten, in denen derselbe Feiertag auf einen Werktag fällt. Die Einbußen durch einen Feiertag liegen demnach - auf das ganze Jahr gerechnet - zwischen 0,06 und 0,28 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Der niedrigere Wert ergibt sich aus einer Hochrechnung der für das verarbeitende Gewerbe gemessenen Effekte, der höhere aus der Annahme, dass diese Effekte auch für die übrige Wirtschaft gelten. Eine rein mechanische Hochrechnung komme jedoch auf bis zu 0,4 Prozent.

Die Untersuchung zeige allerdings auch, dass Unternehmen einen Teil der Produktion durch Überstunden und Anpassungen nachholen, heißt es weiter. Manche Dienstleistungsbranchen profitierten sogar von einem Feiertag, etwa das Gastgewerbe.

Die Ergebnisse sollten ausdrücklich nicht als Argument für die Abschaffung von Feiertagen verstanden werden, so die Studie. Die Analyse betrachte nur kurzfristige Produktionseffekte und nicht mögliche langfristige Vorteile von freien Tagen, zum Beispiel für Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Beziehungen.

Die Analyse stützt sich den Angaben zufolge auf monatliche Daten aus der Kostenstrukturerhebung des verarbeitenden Gewerbes. Diese wurde vom Statistischen Bundesamt vorgenommen und deckt alle 16 Bundesländer von 2005 bis 2019 ab.