Mehr Unfälle, aber weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr
Während die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle sinkt und auch weniger Menschen zu Schaden kommen, ist besonders eine Altersgruppe von der steigenden Zahl an Unfällen mit E-Scootern betroffen.
Wiesbaden (KNA) Im ersten Halbjahr 2026 sind weniger Menschen bei Unfällen auf deutschen Straßen gestorben als im Vorjahreszeitraum. Bis Ende Juni kamen 1.233 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 9 Prozent oder 122 Todesopfer weniger als im ersten Halbjahr 2025. Die Zahl der Verletzten ging um 4,2 Prozent auf rund 172.000 zurück.
Laut der Erhebung sind mehr Fahrerinnen und Fahrer von E-Scootern gestorben als im Vorjahreszeitraum: Von Januar bis Juni 2026 starben hier 28 Personen, ein Jahr zuvor waren es 15. Bei allen anderen Verkehrsmitteln sank die Zahl der Todesopfer: bei Pkw um 20 auf 531, bei Motorrollern und Motorrädern um 32 auf 216, bei Fahrrädern um 22 auf 211 und die der Fußgänger um 44 auf 150.
Während in allen anderen Altersgruppen weniger Menschen verletzt und getötet wurden als im ersten Halbjahr 2025, waren laut der Statistik mehr Kinder und Jugendliche betroffen. Die Zahl der verletzten oder getöteten Kinder unter 15 Jahren stieg demnach um rund 450 auf 14.900. Bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 stieg die Zahl um 390 auf knapp 9.900. Letztere kamen vor allem bei E-Scooterunfällen zu Schaden: 2.076 Betroffene ergeben ein Plus von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Kinder verletzten sich oder starben bei Unfällen mit dem Fahrrad (5.100).
Mit 1,26 Millionen Unfällen registrierte die Polizei laut Statistik 2,6 Prozent mehr Unfälle als 2025. Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ist um 3,5 Prozent auf 138.000 gesunken. Bei 1,12 Millionen Unfällen ist es bei Sachschäden geblieben (plus 3,4 Prozent).
Bei knapp 6.500 Unfällen erfasste die Polizei Alkoholeinfluss als Ursache, ein Rückgang um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der häufigste Grund war indes Fehlverhalten beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Anfahren oder Einfahren (24.900 Unfälle), gefolgt von Vorfahrtsverstößen (21.100). Zu wenig Abstand war der Grund bei rund 20.000 Unfällen und unangepasste Geschwindigkeit bei 19.800.
