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Krankenhäuser: Bürokratie bindet 176.000 Vollzeitkräfte

Deutschlands Gesundheitssystem muss reformiert werden. Aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft braucht es Deregulierung und weniger Bürokratie, damit die Produktivität wieder steigt.

Der Gesundheitssektor braucht aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft weniger Regulierung und weniger Bürokratie. "Wir hangeln uns von einer Problemlösung zur nächsten; aber die Probleme werden nicht gelöst, sie werden größer", sagte der Vorstandsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, beim Krankenhausgipfel am Montag in Berlin.

Es gebe unzählige neue Regeln, neue Nachweise, neue Prüfungen und neue Prüfer und zu selten wirklich wissenschaftlich fundierte Studien dazu. So beschäftigten sich 176.000 Vollzeitkräfte in deutschen Krankenhäusern ausschließlich mit Bürokratie. Was es wirklich brauche, sei ein Kurswechsel sowie strukturelle Veränderungen. "Unser Ziel muss eine lernende Krankenhausversorgung sein", sagte Gaß. Am Ende müsse das Ergebnis der Behandlung zählen.

Deutschland habe sich in den europäischen Krisen viel, viel schlechter entwickelt als die europäischen Nachbarn. Die Bundesrepublik sei ein Wachstumsnachzügler geworden. Das sei ein entscheidender Faktor für die Probleme des Sozialstaates. "Würden wir wachsen, würden wir anders dastehen", so Gaß.

Erschwerend komme für das Gesundheitswesen die demografische Entwicklung hinzu. Deutschland habe mehr alte und mehr chronisch kranke Menschen zu versorgen. Auch den Fachkräftemangel sprach Gaß an. "Wir müssen produktiver werden mit den Ressourcen, die wir haben", so der Appell des Vorstandsvorsitzenden.