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Wie Italien die Sprachkompetenz an Schulen retten will

Mit ihrer Ankündigung, die Zahl der Migrantenkinder an Italiens Schulen zu begrenzen, sorgt Regierungschefin Meloni auch international für Aufsehen. Nun gibt es Details zu dem Plan.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat am Sonntag bei einer Veranstaltung ihrer Partei Fratelli d'Italia angekündigt, die Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund in Schulklassen zu deckeln. Nun sind erste Details der Vorlage bekanntgeworden, die noch in dieser Woche vom Kabinett in Rom beraten werden soll. Darüber berichtete die Tageszeitung "Corriere della Sera" am Montag online.

Demnach soll die Deckelung nur bei Kindern greifen, die keinen EU-Pass oder keine Vorschulbildung in Italien vorweisen können. Sobald der Anteil solcher Kinder in einer Klasse über 30 Prozent liegt, sollen die Überzähligen auf andere Schulen in der Umgebung verteilt werden, wo die Quote geringer ist.

Ziel des Plans ist es laut dem Bericht, die Möglichkeiten zum Spracherwerb für die Kinder zu verbessern. In Klassen, in denen Muttersprachler nicht mehr klar in der Mehrheit sind, nimmt die Sprachkompetenz aller Kinder ab, wie es heißt. Dieser Effekt hatte beim jüngsten Pisa-Test unter anderem zum dramatischen Einbruch bei der Lesekompetenz an deutschen Schulen beigetragen.

Italien lag in dieser Disziplin mit 474 Punkten zwar noch vor Deutschland (465 Punkte). Dennoch war auch das jüngste italienische Ergebnis im Vergleich zum Pisa-Test davor rückläufig: Damals hatte Italien noch 482 Punkte erzielt.

Diesem Abwärtstrend will die Regierung nun entgegentreten. Einen ähnlichen Erlass wie den von Meloni angekündigten Entwurf hatte es bereits im Jahr 2010 unter dem damaligen Regierungschef Silvio Berlusconi gegeben; er war aber nie wirklich umgesetzt worden, weil es zu viele Ausnahmeregelungen gab.

Der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund liegt in Italien laut dem Zeitungsbericht derzeit landesweit bei 11,6 Prozent, in den Grundschulen sind es 13,7 Prozent. Allerdings ist die Konzentration in Schulen in Norditalien und dort besonders in den Randbezirken der Wirtschaftsmetropole Mailand deutlich höher, so dass die angekündigte 30-Prozent-Regel vor allem dort greifen würde.

Zeitgleich mit der neuen Quotenregel hatte Meloni auch ein Verbot der Komplett-Verschleierung an staatlichen Schulen angekündigt. Dies würde insbesondere Schülerinnen sowie Mütter von Kindern aus einigen islamischen Ländern betreffen.