Vorausberechnung: Schülerzahl sinkt früher und stärker als gedacht
In Deutschland wird die Zahl der Schüler aller Voraussicht nach nur noch wenige Jahre steigen. Die neueste Modellrechnung der Bildungsministerkonferenz zeigt: Der Höhepunkt kommt früher - und danach geht es mehr abwärts.
Berlin (KNA) Die Zahl der Schüler in Deutschland wird nach aktuellen Berechnungen der Bildungsministerkonferenz früher und stärker zurückgehen als gedacht. Laut der jüngsten, am Freitag veröffentlichten Vorausberechnung wird die Zahl der Schülerinnen und Schüler noch bis 2029 von zuletzt 11,27 Millionen auf rund 11,54 Millionen steigen. Danach dürfte sie demnach bis 2040 auf nur noch rund 10,58 Millionen sinken. Das wären etwa 694.000 oder 6,2 Prozent weniger als 2025.
In der Vorausberechnung des vergangenen Jahres war der Höchststand der Schülerzahlen noch für das Jahr 2032 erwartet worden. Damals waren für 2040 zudem noch rund 677.000 mehr Schülerinnen und Schüler errechnet worden als jetzt. Grund dafür seien die deutlich sinkenden Geburtenzahlen, so die Bildungsministerkonferenz. 2025 habe die Zahl der Geburten mit rund 654.000 auf dem niedrigsten Stand seit 1946 gelegen.
"Die Entwicklung der Schülerzahlen verläuft je nach Region und Schulart sehr unterschiedlich", sagte die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz. "Während die Zahlen an manchen Schulen bereits zurückgehen, steigen sie andernorts noch über Jahre." Man müsse genau schauen, wann und wo Lehrkräfte, Räume und Bildungsangebote gebraucht würden, so die bayerische Kultusministerin von den Freien Wählern.
In den westdeutschen Flächenländern könnte die Schülerzahl laut der Vorausberechnung im Jahr 2040 um 3,6 Prozent unter dem Niveau von 2025 liegen. In den ostdeutschen Flächenländern wird dagegen ein deutlich stärkerer Rückgang um rund 21 Prozent erwartet. In den Stadtstaaten ergibt sich ein Minus von 5,3 Prozent.
Die Ergebnisse der Vorausberechnung sind eine Modellrechnung anhand der aktuellen demografischen Lage. Je weiter in der Zukunft die Werte liegen, desto unsicherer sind sie, weil sie stärker von Annahmen über Geburten, Migration und Bildungsverhalten abhängen.
