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Jeder Zweite lebt in Deutschland in einer eigenen Familie

Der Wandel in Deutschlands Gesellschaft lässt sich auch an den Familien ablesen. Die Zahl der Eltern mit Trauschein ist gesunken. Und immer mehr Kinder leben nur mit Mutter oder Vater zusammen.

Jeder zweite Mensch in Deutschland lebt in einer eigenen Familie. Exakt 49 Prozent der Bevölkerung wohnen als Eltern oder Kinder gemeinsam unter einem Dach, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Die Hälfte der Familien (50 Prozent) lebte 2025 mit einem Kind im Haushalt; in 37 Prozent der Familien lebten zwei Kinder und in 13 Prozent der Familien drei und mehr Kinder. Die Zählung berücksichtigt nur Eltern, die mit Kindern leben. Wenn diese ausgezogen sind, werden die Elternteile als Paar oder Alleinstehende ohne Kind erfasst. Grundlage der Statistik ist der Mikrozensus vom Vorjahr.

Vor 30 Jahren hatten bundesweit noch 57 Prozent der Bevölkerung als Elternteil oder Kind in einer Familie gelebt. Waren im Jahr 1996 noch 78 Prozent der Familien Ehepaare mit Kindern gewesen, so sank dieser Anteil bis 2025 auf 66 Prozent. Im Gegenzug stieg der Anteil alleinerziehender Mütter und Väter von 18 Prozent im Jahr 1996 auf 24 Prozent im Jahr 2025. Der Anteil der Lebensgemeinschaften mit Kindern stieg von 4 Prozent im Jahr 1996 auf 10 Prozent im Jahr 2025.

"Der jahrelange Rückgang der Bevölkerung in Familien ist vor allem auf die Alterung der geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge zurückzuführen. Die Babyboomer haben die typische Familienphase mit Kindern im Haushalt hinter sich gelassen", erläuterte der Experte für demografische Analysen zu Familien im Statistischen Bundesamt, Thomas Körner, die Hintergründe. "Seit 2015 wirkt die Zuwanderung dem Rückgang der Familien entgegen, weil Eingewanderte und ihre Nachkommen jünger sind und häufiger in Familien leben. Auch dadurch hat sich der Familienanteil an der Gesamtbevölkerung stabilisiert."