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Wie Christian Würtz in Eichstätt Bischof sein will

Nach langem Warten bekommt das Bistum Eichstätt wieder einen Bischof. Im Oktober übernimmt Christian Würtz das Amt. Er glaubt nicht, dass er dann einfach machen kann, was er möchte.

Eichstätts angehender Bischof Christian Würtz will sein Bistum nach eigenen Worten als Teamplayer führen. "Ich halte es für ein antiquiertes Bild, dass der Bischof alles entscheidet und macht, was er will. Diese Zeiten sind längst vorbei", sagte Würtz im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Der Geistliche erklärte, er wolle Entscheidungen mit anderen gemeinsam treffen und sich beraten lassen. "Sei es vom Diözesanrat der Katholiken, sei es von hauptamtlichen Mitarbeitern, von wem auch immer. Außerdem habe ich Familie und Freunde als Korrektiv."

Dabei erwartet Würtz nach eigenem Bekunden offene und klare Worte. "Das fordere ich tatsächlich ein. Ich wäre enttäuscht, wenn ich im Nachhinein erst mitkriegte, dass alle gesagt haben, das war aber mau, und dass keiner sich getraut hat, mir das rechtzeitig zu sagen. Ich möchte auf meine Fehler aufmerksam gemacht werden, damit ich sie korrigieren kann."

Seit seiner Ernennung zum neuen Bischof von Eichstätt habe er vor allem Zuspruch erfahren, ergänzte Würtz. Er wolle die Diözese und die Menschen in ihr nun wirklich kennenlernen. "Ich möchte gucken: Was läuft gut, was kann ich unterstützen, und was läuft schief, wo muss ich gegensteuern? Darüber möchte ich mit den Gremien, Verbänden und einzelnen Gläubigen ins Gespräch kommen."

Würtz (55) war im Juli von Papst Leo XIV. zum Bischof von Eichstätt ernannt worden. Die offizielle Amtseinführung ist für 4. Oktober geplant. Der gebürtige Karlsruher Würtz ist zurzeit noch Weihbischof im Erzbistum Freiburg. Weihbischöfe unterstützen die Ortsbischöfe. Würtz wird der jüngste katholische Ortsbischof in Deutschland sein. Er hat mehrere akademische Qualifikationen: Vor der Theologie absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften. In beiden Fächern hat er einen Doktortitel.

Das Bistum Eichstätt im Herzen Bayerns hatte mehr als ein Jahr lang keinen Bischof, nachdem der bisherige Amtsinhaber Gregor Maria Hanke im Juni 2025 vorzeitig zurückgetreten war. Hanke, damals 70 Jahre alt, verwies auf mangelnde Kraft. In der Regel bieten Bischöfe ihren Rücktritt dem Papst erst mit ihrem 75. Geburtstag an. Hanke hatte die Diözese rund 19 Jahre lang geleitet.