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Historiker: "Wir dürfen Geschichte nicht den Idioten überlassen!"

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit macht Freude - und ist lehrreich, sagt Historiker Christian Karl Frey. Umso mehr ärgert er sich, wenn Geschichte durch Politik instrumentalisiert wird.

Der Direktor des Europäischen Burgeninstituts, Christian Karl Frey, wirbt für einen bewussteren Umgang mit historischen Bauten. So böten Burgen einen schönen Anlass, Geschichte zu erzählen, sagte der Historiker in einem am Montag veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Das Mittelalter ist so etwas wie die Jugend Europas", erläuterte Frey. "Vieles, was uns heutzutage ausmacht, können wir nur verstehen, wenn wir die Wurzeln, also das Mittelalter, betrachten."

Zugleich sei Geschichte immer auch politisch, so der Historiker weiter. "Das erkennen wir gerade in der heutigen Zeit immer mehr, zum Beispiel beim russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Dieser Angriffskrieg ist komplett historisch begründet worden durch Wladimir Putin." Russlands Präsident verdrehe die Geschichte und erzähle seine Lügen so lange, bis sie geglaubt würden.

"Wenn wir das Vergangene nicht fundiert und auf wissenschaftlicher Basis erzählen, gibt es große Missbrauchspotenziale", warnte Frey. Dafür reiche ein Blick in die Wahlprogramme der AfD, sagte der Historiker und fügte hinzu: "Wir dürfen Geschichte einfach nicht den Idioten überlassen!" - Frey ist seit 2025 Direktor des Europäischen Burgeninstituts in Braubach bei Koblenz.