• Deutschland DEU
  • Extremismus
  • Kriminalität
Meldung

Bestürzung nach offenbar antisemitischer Attacke in Berlin-Mitte

Eine Frau, die sichtbar einen Davidstern trägt, wird mitten in Berlin mit einer Glasflasche angegriffen und verletzt. Der Vorfall sorgt für bestürzte und klare Worte.

Die Politik reagiert entsetzt auf eine offenbar antisemitische Attacke in Berlin-Mitte. In der Nacht auf Freitag wurde eine Frau angegriffen und verletzt, wie die Berliner Polizei mitteilte: Sie sei von zwei bislang unbekannten Männern auf ihren Davidstern angesprochen und antisemitisch beleidigt worden. Einer der beiden Männer soll die 43-Jährige mit einer zerbrochenen Glasflasche angegriffen haben; sie trug Schnittverletzungen an einer Hand davon. Der Staatsschutz ermittelt.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Werner Graf, sprach von einem "zunehmenden Antisemitismus aus allen politischen Richtungen". Es werde eine zentrale Aufgabe der nächsten Landesregierung sein, den Kampf gegen Antisemitismus zu verstärken. In Berlin werden am kommenden Wochenende das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlung neu gewählt.

Die Linken-Fraktion erklärte, gerade dieses Wochenende, an dem Jüdinnen und Juden das Neujahrsfest Rosch Haschana begehen, sollte "von Freude, Hoffnung und Aufbruch erfüllt sein. Stattdessen musste sich eine jüdische Berlinerin gegen körperliche Gewalt zur Wehr setzen." Dies sei nicht hinnehmbar; das Tragen eines Davidsterns müsse "immer und überall gefahrlos möglich sein".