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Wilmer würdigt Wiesemann zum Abschied - Neue Akkorde ermöglicht

Engagiert für die Jugend, für Reformen - und ein leidenschaftlicher Klavierspieler: Zur Verabschiedung findet Bischof Wilmer herzliche Worte für den Speyrer Bischof Wiesemann.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, hat seinen Speyrer Amtsbruder Karl-Heinz Wiesemann zu dessen Verabschiedung gewürdigt. Er sei "ein Garant des Gelingens" des Reformprozesses Synodaler Weg gewesen, erklärte Wilmer: "Fest verwurzelt in der Tradition denkst du die Theologie weiter und hast in den manchmal auch hitzigen Debatten den Ton so gesetzt, dass ein neuer, überraschender Akkord erklingen konnte."

Wilmer spielte damit auch auf Wiesemanns große Liebe zur Musik an. Wenn der Bischof ein Klavier oder einen Flügel entdeckt habe, "waren die Tasten vor ihm nicht sicher". Es sei gewesen "wie ein Spiegelbild deiner selbst, wenn du Töne zum Klingen gebracht hast".

Wiesemanns Entscheidung zum Rücktritt verdiene Respekt. Sein Brief an Gläubige und Mitarbeitende des Bistums zeuge von einem Menschen, "der zutiefst ein Gott-Suchender bleibt und um seine eigenen Grenzen weiß". Wilmer dankte Wiesemann zudem für dessen Wirken als Jugendbischof, als Vorsitzender der Glaubenskommission sowie in der Ökumene - Aufgaben, denen er sich mit Herzblut gewidmet habe. Er wünsche ihm nun einen guten Weg, den Glauben "auf andere Weise als bisher zum Klingen zu bringen".

Der 66-jährige Wiesemann war Mitte August aus gesundheitlichen Gründen als Bischof zurückgetreten. Papst Leo XIV. nahm seine Bitte um Entpflichtung am 19. August an. Zuvor hatte Wiesemann offen über seine depressive Erkrankung berichtet. Er habe nicht mehr die Kraft, das traditionsreiche Bistum zu leiten. Er verwies auch auf die Fälle von Missbrauch und sexualisierter Gewalt im Bistum Speyer, die ihn tief erschüttert hätten.

Wiesemann war seit 2008 Bischof von Speyer. Wann der Papst einen Nachfolger ernennt, ist unklar. Erfahrungsgemäß kann das mehrere Monate dauern.