• Israel
  • Palästinensische Gebiete
  • Großbritannien
  • Konflikte
  • Diplomatie
Meldung

Britisches Konsulat in Jerusalem muss binnen 30 Tagen schließen

Britische Sanktionen gegen Siedlungen blieben in Israel nicht unbeantwortet: Es gab Großbritannien 30 Tage, sein Konsulat zu räumen. Noch kürzer ist die Frist für die Ausreise britischer Diplomaten der Gazamission.

Israel hat mit diplomatischen Gegenmaßnahmen auf britische Handelsstrafen gegen illegale Siedlungen im Westjordanland reagiert. Das Land forderte Großbritannien auf, sein Konsulat in Ostjerusalem innerhalb von 30 Tagen zu schließen, wie die Zeitung "Haaretz" am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtete.

Die Schließung des Konsulats, das Großbritannien in den palästinensischen Gebieten einschließlich Ostjerusalem und dem Gazastreifen vertritt, ist Teil der angekündigten Gegenmaßnahmen Israels. Mit Ablauf der Frist werden demnach britische Diplomaten des Konsulats zudem ihren Status verlieren. Ferner wurden laut Bericht britische Vertreter an der US-geführten internationalen Gazamission sowie in Ramallah angewiesen, Israel binnen einer Woche zu verlassen.

Großbritanniens Außenminister Ed Miliband zeigte sich gegenüber der BBC wenig überrascht. Großbritannien habe sich trotz befürchteter Gegenmaßnahmen für die Sanktionen entschieden, um angesichts der Lage im von Israel besetzten Westjordanland nicht tatenlos zuzusehen.

Der aus einer jüdischen Familie stammende Miliband hatte am Dienstag eine Neuausrichtung der Beziehungen zu Israel angekündigt, darunter Handelsstrafen gegen israelische Unternehmen, die in den besetzten Gebieten produzieren. Auch gegen Unternehmen und Einzelpersonen, die Dienstleistungen für Siedlungen erbringen, sollen Maßnahmen ergriffen werden. Weitere Länder kündigten ähnliche Sanktionen an oder unterstützten die britischen Sanktionen.