Italien setzt zum zehnten Mal deutsches Rettungsschiff fest
Unter Innenminister Matteo Piantedosi geht Italien hart gegen private Seenotretter vor. Erneut traf es jetzt ein Schiff der deutschen "Justice Fleet". Zwangsaufenthalte im Hafen summieren sich demnach auf 1.200 Tage.
Berlin (KNA) Das deutsche Migranten-Rettungsschiff "Humanity 2" ist von italienischen Behörden für 15 Tage im Hafen von Lampedusa festgesetzt worden. Zudem wird eine Geldstrafe von 4.000 Euro fällig. Es sei die zehnte derartige Maßnahme gegen ein Schiff der "Justice Fleet", teilte das Bündnis ziviler Such- und Rettungsorganisationen am Mittwoch in Berlin mit. Laut "Justice Fleet" wurden deutsche Schiffe, die im Mittelmeer nach Migranten in Not suchen, von der italienischen Justiz damit für insgesamt 1.200 Tage blockiert.
Der Sprecher der "Justice Fleet", Wasil Schauseil, sprach von einer "aggressiven Strategie" gegen Rettungsaktivitäten, die die "tödlichen Folgen der europäischen Abschottungspolitik" aufdeckten. Die Besatzungen handelten in voller Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht, während italienische Behörden routinemäßig dagegen verstießen, sagte Schauseil. Man werde gerichtlich gegen die Festsetzung vorgehen.
Das Segelschiff "Humanity 2", das vom Bündnispartner SOS Humanity betrieben wird, hatte am 30. August 71 aus dem Mittelmeer geborgene Menschen im Hafen der italienischen Insel Lampedusa an Land gebracht. Behörden untersagten dem Schiff daraufhin das erneute Auslaufen. Sie warfen der Besatzung Versäumnisse bei der Kommunikation mit der zuständigen Rettungsleitstelle während des Einsatzes am 28. und 29. August vor. SOS Humanity bestreitet ein Fehlverhalten.
Der im November 2025 gegründeten "Justice Fleet" gehören 13 private Initiativen an. Unterstützt wird das Bündnis unter anderem von kirchlichen und gewerkschaftlichen Organisationen. Ziel der Seenotretter ist, eine Rückführung irregulärer Migranten nach Libyen zu verhindern, wo ihnen Menschenrechtsverletzungen drohen.
