Rettungsdienste fordern angemessene Finanzierung
Die Rettungsdienste in Deutschland sehen sich am Limit. Deshalb plant die Bundesregierung Reformen wie eine bessere technische Ausstattung und Vernetzung. Jetzt dringen die beteiligten Organisationen auf Mitsprache.
Bonn (KNA) Die Rettungsdienste in Deutschland befürchten wegen der geplanten Gesundheitsreformen Engpässe bei der medizinischen Notfallrettung. In einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung fordern sie vor einer Bundestagsanhörung am Mittwoch von der Bundespolitik Korrekturen am Gesetzentwurf.
Notwendig seien eine verlässliche Finanzierung des Rettungsdienstes und eine angemessene Mitsprache derjenigen, die die Notfallversorgung täglich sicherstellten, heißt es in der Erklärung. Neben ADAC und Rotem Kreuz haben die Deutsche Luftrettung, der Feuerwehrverband, der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter, Malteser und die DLRG den Appell unterzeichnet. Sie decken nach eigenen Angaben nahezu 100 Prozent der medizinischen Notfallrettung ab.
"Der Rettungsdienst muss rund um die Uhr einsatzbereit sein - unabhängig davon, wie viele Einsätze tatsächlich anfallen. Seine Kosten werden dabei wesentlich durch Faktoren bestimmt, die die Leistungserbringer nur begrenzt beeinflussen können", heißt es. Dazu gehörten die Entwicklung von Tariflöhnen und Personalkosten, die angespannte Fachkräftesituation, steigende Kosten für Fahrzeuge und Medizintechnik sowie zunehmende Anforderungen an Qualität, Sicherheit und technische Ausstattung. Außerdem fordern die Unterzeichner, im geplanten Fachgremium, das den Rahmen für die Notfallrettung entwickeln soll, mitentscheiden zu können.
Die Organisationen unterstützen ausdrücklich das Ziel, die Notfallversorgung effizienter und effektiver zu vernetzen. Effizienz dürfe aber nicht mit Einsparung gleichgesetzt werden, heißt es.
Im Rahmen der Gesundheitsreformen soll die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland verringert werden. Das könnte insbesondere im ländlichen Raum bedeuten, dass die Wege für Rettungsdienste länger werden. Die Bundesregierung plant unter anderem, die Zahl der Rettungsleitstellen zu vermindern. Aktuell gibt es bundesweit 244 Leitstellen. Eine Regierungskommission hat einen Richtwert von einer Leitstelle pro eine Million Einwohner empfohlen. Dementsprechend wären rund 80 Leitstellen ausreichend.
