Maria Furtwängler ohne Regie-Ambitionen: "Ich liebe es, zu spielen!"
Der neue "Tatort" mit Maria Furtwängler spielt im Demenzdorf. Für die Schauspielerin auch ein persönliches Thema: Ihr Vater erkrankte selbst an Demenz und starb 2012. Wie diese Erfahrung ihre Sicht auf den Film prägt.
Berlin (KNA) Eine zusätzliche Tätigkeit als Regisseurin kann sich Schauspielerin Maria Furtwängler nicht vorstellen. "Ich habe komischerweise gar keine Ambitionen, zu inszenieren. Ich finde das Entwickeln total spannend, auch noch zu produzieren. Aber in erster Linie liebe ich es, zu spielen - das ist mein Beruf", sagte die Darstellerin der "Tatort"-Kommissarin Charlotte Lindholm im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Mit dem Lindholm-"Tatort: König in Gelb" startet die ARD an diesem Sonntag (13.09.) in die neue "Tatort"-Saison. Der Krimi spielt in einem sogenannten Demenzdorf, in dem Menschen mit der Krankheit ein normales Alltagsleben ermöglicht wird. Schon das Drehbuch habe sie sehr berührt, so Furtwängler.
"Ich hatte schon im Vorfeld gemerkt, das ist gut recherchiert, und deshalb konnte ich mich auch aus meiner medizinischen Erfahrung auf das Drehbuch von Alexander Adolph verlassen. Dazu kommt die ganz persönliche Erfahrung mit meinem Vater, der an Demenz erkrankt und 2012 daran gestorben ist."
Furtwängler, die selbst im Erstberuf Ärztin war, findet besonders gelungen an, dass dieser "Tatort" kein "Themenfilm" sei, "sondern dass Demenz quasi im Mittelpunkt der Handlung steht, aber dennoch nicht über sie als bestimmendes Thema verhandelt wird. Dadurch können wir uns als Protagonistinnen dem gar nicht entziehen, wir werden Teil dieser Welt und dieser Art zu denken."
Als sie im Film in Begleitung eines demenzkranken Ex-Kollegen auf die von ihrer leiblichen Mutter Kathrin Ackermann gespielte Film-Mutter trifft, meint diese: "Wenn mir das je passieren sollte, erschieß mich einfach." Diese Haltung sei auch ihrer Mutter im realen Leben "nicht ganz fremd, also diese Vorstellung, dass man eigentlich funktionieren muss, normal sein muss - und wenn das nicht mehr geht, dann sollte man abtreten".
Auch generell sei es nicht immer leicht, mit der eigenen Mutter zu spielen, so Furtwängler: "Da muss ich aufpassen, dass ich nicht in einen zu privaten Ton falle, weil es eben meine reale Mutter ist."
Der Ausstrahlungstermin von "König in Gelb" als erstem neuen "Tatort" der Saison ist auch ein Geburtsgeschenk der ARD. Maria Furtwängler wird am 13. September 60 Jahre alt.
