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Expertengipfel: Vier von zehn Krebserkrankungen vermeidbar

"Wir wissen heute so viel wie nie zuvor darüber, wie Krebs verhindert werden kann", sagt die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. "Aber wir schaffen es noch nicht, dieses Wissen umzusetzen." Das soll sich ändern.

Vier von zehn Krebserkrankungen könnten Experten zufolge durch kluge Gesundheitsvorsorge verhindert werden. "Wer Prävention fördert, senkt nicht nur das Risiko für Krebs und viele weitere nichtübertragbare Krankheiten, sondern entlastet langfristig auch das Gesundheitswesen und die sozialen Sicherungssysteme", sagte Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), am Freitag in Heidelberg.

Mit Blick auf die derzeit "explodierenden Kosten" im Gesundheitswesen sei daher der genau richtige Moment, die Krebsprävention zu stärken, sagte Baumann. Es brauche eine "Präventionsdekade", also einen Zehn-Jahres-Zeitraum mit dem Schwerpunkt Gesundheitsvorsorge. Präventionskonzepte müssten wissenschaftlich systematisch weiterentwickelt und in Anwendung gebracht werden, fordert Baumann. Rund 40 Prozent aller Krebsneuerkrankungen seien vermeidbar.

Die Ergebnisse des 2. Nationalen Krebspräventionsgipfels von Deutscher Krebshilfe und DKFZ wurden jetzt veröffentlicht. Rund 50 Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft hatten im Juni beraten.

Sie empfehlen unter anderem, Krebsprävention politisch stärker in allen Fachbereichen zu verankern, Schulen mehr einzubeziehen und den volkswirtschaftlichen Nutzen von Prävention systematisch sichtbar zu machen. Zudem sollen erfolgreiche Modellprojekte in einzelnen Städten oder Regionen bundesweit nutzbar gemacht werden.

"Wir wissen heute so viel wie nie zuvor darüber, wie Krebs verhindert werden kann", erklärte Rita Schmutzler, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. "Aber wir schaffen es noch nicht, dieses Wissen umzusetzen." Nun sei die Politik am Zug.