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Dresdner Bischof Timmerevers überraschend zurückgetreten

Der Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, hat seinen vorzeitigen Rücktritt bekannt gegeben. Üblich wäre das eigentlich erst zum 75. Geburtstag in einem Jahr. Wie es nun weitergeht.

Der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers (74) geht überraschend in vorzeitigen Ruhestand. Papst Leo XIV. habe sein Rücktrittsgesuch zum 2. September angenommen, teilten das Bistum Dresden-Meißen und der Vatikan am Mittwoch mit. Es ist zugleich der 25. Jahrestag der Bischofsweihe von Timmerevers, der vergangene Woche 74 Jahre alt wurde. Üblicherweise bieten Bischöfe dem Papst zu ihrem 75. Geburtstag den Rücktritt an; so sieht es das Kirchenrecht vor.

Timmerevers erklärte: "Ich spüre, dass die vielfältigen Herausforderungen und Aufgaben in dieser Verantwortung enorme Kraft gekostet haben." Daher habe er beschlossen, die Leitung des Bistums, das im in den zehn Jahren seiner Amtszeit sehr ans Herz gewachsen sei, in jüngere Hände zu übergeben." Er habe vor einigen Monaten in Rom um Entpflichtung gebeten und habe es dem Papst in einer Privataudienz am 13. Februar erläutert.

Timmerevers stammt aus dem Oldenburger Münsterland und steht seit genau zehn Jahren an der Spitze des Bistums Dresden-Meißen. Am kommenden Samstag feiert er in der Kathedrale in Dresden sein silbernes Bischofsjubiläum mit mehreren Hundert geladenen Gästen. Nun ist es zugleich seine Verabschiedung. Die Festpredigt hält der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer.

Mit der Annahme des Rücktritts durch den Papst beginnt im Bistum die Zeit der sogenannten Sedisvakanz. Der lateinische Begriff bezeichnet die Zeit, in der ein Bischofsstuhl unbesetzt ist. Das Domkapitel, ein Gremium aus neun Priestern, wählt dann zunächst einen Übergangsleiter, einen Administrator, der das Bistum während der Vakanz verwaltet. In der Regel dauert es im Durchschnitt gut ein Jahr, bis ein neuer Bischof ernannt wird.

Timmerevers wurde am 25. August 1952 in Nikolausdorf (Kreis Cloppenburg) in Niedersachsen geboren und ist das zweite von sechs Kindern einer Bauernfamilie. Nach seiner Priesterweihe 1980 war er im Bistum Münster in der Gemeindeseelsorge und der Priesterausbildung tätig. Am 2. September 2001 wurde Timmerevers in Münster zum Bischof geweiht und zugleich Leiter und Regionalbischof für den Offizialatsbezirk Vechta, den niedersächsischen Teil des Bistums Münster.

Am 27. August 2016 trat er sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen an. Papst Franziskus hatte ihn zuvor zum 50. Bischof des Bistums ernannt. Er folgte auf Heiner Koch, der auf den Erzbischofstuhl nach Berlin gewechselt war. In der Deutschen Bischofskonferenz stand Timmerevers der Kommission für Erziehung und Schule vor.