Ein Stück Mozart beim Papst: Konzert mit Kindergeige des Genies
Viele Kunstschaffende sind über die Jahrhunderte vor Päpsten aufgetreten. Als Mozart für Clemens XIV. spielte, war der so begeistert, dass er ihn adelte. Gut 250 Jahre später ist Mozart quasi zurück im Vatikan.
Vatikanstadt (KNA) 1770 trat der junge Wolfgang Amadeus Mozart vor dem Papst auf. Nun kehrt "ein Stück Mozart" zurück in den Vatikan: Beim Konzert des Salzburger Jugendorchesters kommen am Mittwoch zwei Original-Geigen des Musikgenies zum Einsatz, wie das Portal Vatican News berichtet.
Auf "Wolferls" Kindergeige spielt dann die zehnjährige Shuxuan Jin aus China. Ebenso wird die Violine des italienischen Geigenbauers Pietro Antonio Dalla Costa zu hören sein, die Mozart bei seinen Konzerten in Wien nutzte.
Für den künstlerischen Leiter des "Ensemble Bella Musica" der Musikhochschule Mozarteum, Stefan David Hummel, ist der Auftritt der Höhepunkt der Konzertreise. "Wir hatten schon mehrmals die Ehre, eine Messe im Petersdom musikalisch zu gestalten, und jetzt freuen wir uns sehr auf das Konzert in den Vatikanischen Gärten." Auch die Vorfreude auf die Begegnung mit Papst Leo bei der Generalaudienz am Mittwoch sei bei den jungen Musikerinnen und Musiker spürbar.
Das Konzert wird im historischen Aufnahmesaal von Radio Vatikan aufgezeichnet. Über die European Broadcasting Union (EBU) können Radiostationen in ganz Europa die Aufnahme übernehmen.
Idee der bis 10. September dauernden Konzertreise auf den Spuren Mozarts durch Europa sei es, über gemeinsames Musizieren Grenzen zu überwinden, so Orchesterleiter Hummel. "Gerade in diesen unruhigen Zeiten verstehen wir dieses Konzert auch als ein Zeichen des Friedens."
Im Vatikan steht hauptsächlich Mozart auf dem Programm, von der Ouvertüre der Oper "Così fan tutte" bis zur Jupitersymphonie und dem "Ave verum". Das Ensemble hat aber auch einen musikalischen Gruß an Leo XIV. im Gepäck: ein Stück aus "The Sound of Music", einem der erklärten Lieblingsfilme des gebürtigen Chicagoers.
Als der damals 14-jährige Mozart dem Papst vorspielte, war Clemens XIV. so beeindruckt vom musikalischen Genie des jungen Salzburgers, dass er ihn mit dem Orden vom Goldenen Sporn adelte. Damit wurde Mozart formell zum Ritter.
