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Meldung

Caritas Nepal: Hilfen laufen an - Frauen und Kinder im Zentrum

Auch mit deutschen Spendengeldern läuft in Nepal die Caritas-Katastrophenhilfe für die Flutopfer an. Das Ausmaß der Zerstörung ist kaum fassbar, heißt es aus Kathmandu. Kinder und Frauen sind im Fokus der Caritas-Hilfe.

Sechs Tage nach der verheerenden Flutkatastrophe im Grenzgebiet zwischen Tibet und Nepal weitet Caritas Nepal seine Nothilfen aus. "Gestern sind über Nebenstraßen erstmals zehn Trucks mit Lebensmitten und Hygieneartikeln in das Katastrophengebiet durchgekommen", berichtete Caritas-Nothilfekoordinator Raju Pradhan am Dienstag telefonisch aus Kathmandu. "Wir arbeiten auch am Aufbau von geschützten Räumen für Frauen und für Kinder, die ihre Familien verloren haben."

Bereits gestartet seien Suppenküchen für mehrere Hundert Familien an mehreren Standorten. "Noch immer können wegen der enormen Verwüstungen viele zerstörte Orte nicht über den Landweg erreicht werden", sagte Pradhan.

Inzwischen sei es aber gelungen, das Mobilfunknetz wieder weitgehend zu reparieren. "Insgesamt funktioniert die Koordination der Hilfen durch die staatlichen Behörden diesmal deutlich besser als bei vorausgegangenen Naturkatastrophen."

Mut mache, dass noch immer Überlebende gefunden werden. Laut offizieller Statistik seien 11.500 Menschen gerettet worden. "Allerdings läuft die Zeit gegen die Suchkräfte", sagte Pradhan. Auch würden Hunderte Arbeiter von Wasserkraftwerken in unterirdischen Tunneln vermutet. "Die Armee konnte zuletzt einen Tunnel erreichen, darin hatte sich aber niemand retten können."

Caritas und eine lokale Partnerorganisation bereiten laut Angaben des Koordinators derzeit neben den Nothilfen auch psycho-soziale Hilfen vor. "Es geht um safe-spaces, also geschützte Rückzugsorte vor allem für Frauen und Kinder. Viele Kinder sind traumatisiert."

Erste Fälle von Durchfallerkrankungen zeigten, wie wichtig Hilfen im Hygienebereich sind, sagte der Hilfskoordinator. Eine schwierige Herausforderung sei der Umgang mit den vielen geborgenen Leichen. "Die Entscheidung der Regierung, sie auch in Massengräbern beizusetzen, erschüttert das Land", sagte Pradhan.

Caritas international mit Sitz in Freiburg arbeitet mit Caritas Nepal und einer Kinderschutzorganisation in dem Himalaya-Staat zusammen, um den Katastrophenopfern zu helfen. "Allein in einem kleinen Ort, an dem wir schon länger aktiv sind, wurden 400 Häuser zerstört", sagte Pradhan.

Der Caritas-Nothilfekoordinator betonte, es bestehe die große Gefahr, dass es zu weiteren Flutwellen kommt. Aktuell behindere starker Regen die Rettungsarbeiten. Derzeit für Hilfstransporte gerade noch passierbare Wege könnten weggeschwemmt werden.