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Meldung

Pädagogin Deckers: EU-Pläne zu Social Media ausweiten

Mit Freunden draußen sein und toben: Die Autorin Jeannette Deckers weist auf schöne Erfahrungen hin, die Kinder und Jugendliche ohne Soziale Netzwerke verstärkt machen könnten. Aktuelle Pläne gehen ihr nicht weit genug.

Auch viele junge Menschen selbst wünschen sich eine Altersbegrenzung für Social Media: Das beobachtet Jeannette Deckers, Lehrerin und Initiatorin der Petition "Kein Zugang zu Sozialen Medien für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren". Es sei kein Widerspruch, dass sie gleichzeitig den Druck erlebten, auf den Plattformen dabei sein zu müssen, sagte Deckers der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Vielmehr könnte eine Regulierung diesen Druck abmildern.

Deckers' Buch "Schutzlos digital" erscheint am Dienstag. Sie kritisierte aktuelle Bestrebungen, das Schulsystem umzubauen, weil der Druck als zu hoch gelte. "Die Kinder selbst haben sich verändert": Dies betreffe die Konzentrationsfähigkeit, das Interesse und die Lust am Lernen.

Schon viele Erwachsene könnten nicht mehr mit Langeweile umgehen, eigenen Gedanken nachgehen oder eine gewisse Frustration ertragen. Kindern werde in der analogen Welt kaum noch etwas zugetraut; immer mehr Eltern setzten sogar Tracking-Apps oder -Chips zur Kontrolle ein.

Die derzeit von der EU angestrebte Altersgrenze von 13 Jahren halte sie für viel zu niedrig, mahnte die Autorin. Gerade dieses Alter sei heikel, weil junge Menschen sich dann ohnehin kritisch mit ihrem eigenen Körper befassten oder in Gefahr seien, sich von radikalen Stimmen ansprechen zu lassen.

Als sie im Mai 2025 für das Buch angefragt wurde, sei sie viel optimistischer gewesen, sagte Deckers weiter. "Ich dachte, wenn das Buch dann fertig ist, haben wir längst eine Regulierung." Doch weiterhin seien kaum noch Kinder und Jugendliche draußen zu sehen, so ihre Beobachtung: "Da geht viel Leben verloren." Wenn man mit 30 zurückblicke und feststelle, dass man hauptsächlich auf Bildschirme gestarrt habe, sei das "sehr traurig" - und passe zu steigenden Zahlen bei Depressionen und Angstzuständen.

Im Hinblick auf Künstliche Intelligenz (KI) sprach sich Deckers ebenfalls für Regulierung aus. "Es gab schon Suizide, wenn Jugendliche sich verlieben und bei 'ihrem' Chatbot sein wollen." Selbst Erwachsene sähen sich beim Umgang mit KI häufig überfordert und seien sich ihrer Auswirkungen nicht bewusst: "Schulen sollten nicht zum Testfeld einer neuen Technologie werden, deren Nutzen für das Lernen äußerst fraglich ist." Deckers' Petition haben inzwischen 169.000 Menschen unterzeichnet.