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Unionsfrauen im Bundestag wollen erste Bundespräsidentin

Viele fordern eine erste Bundespräsidentin als Nachfolgerin von Amtsinhaber Steinmeier. Kanzler Merz äußert dafür Sympathien, findet aber auch zurückhaltende Worte. Die Frauen seiner Fraktion sind da klarer.

Die Frauen in der Unionsfraktion im Bundestag pochen auf eine Frau als Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. "Frauen seit 77 Jahren den Zugang zum höchsten Amt im Staat zu verwehren, ist ein Verhalten, das unsere Gesellschaft nicht länger akzeptiert", sagte die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der CDU/CSU-Fraktion, Mechthild Heil (CDU), den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft.

"Seit 1949 gibt es eine ununterbrochene Reihe von Bundespräsidenten, die erfolgreich oder weniger glücklich agiert haben", meinte Heil. "Nicht das Geschlecht entscheidet also über Erfolg oder Misserfolg." Sie begrüße die Kandidatur einer Frau.

Heils Stellvertreterin Anja Weisgerber (CSU) sagte den Zeitungen, Kompetenz, Erfahrung und Persönlichkeit seien entscheidend. "Es gibt viele hervorragend geeignete Frauen, die diese Voraussetzungen erfüllen." Eine Bundespräsidentin wäre "ein starkes und überfälliges Zeichen", so die Vize-Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Sonntag im ARD-Sommerinterview zwar seine "Sympathien" für eine erste Bundespräsidentin bekräftigt. Zugleich sagte er aber auch, dass die Frage nach dem Geschlecht weniger wichtig als die Persönlichkeit sei.

Eine Entscheidung über eine Kandidatin soll erst nach den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern fallen. Die Bundesversammlung zur Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers für Steinmeier ist für den 30. Januar 2027 angesetzt.