Medienstaatsminister Weimer wirft Tech-Konzern Meta Bigotterie vor
Der Vergleich zwischen Meta und den US-Bundesstaaten beim Jugendschutz hat Lob, aber auch Kritik ausgelöst. Medienstaatsminister Weimer konnte der Deal nicht von seiner Kritik an der US-Digitalwirtschaft abbringen.
Berlin (KNA) Medienstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) fordert, den Schutz europäischer Kinder im Netz an den Standard in den USA anzupassen. Im Zusammenhang mit dem Vergleich zwischen Meta und den US-Bundesstaaten sagt Weimer am Freitag: "Dass ausgerechnet die USA Meta nun Grenzen setzen, während sie gegen Europas Digitalregeln wettern, entbehrt durchaus nicht einer gewissen Ironie."
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Tech-Konzern Meta, zu dem unter anderem die Plattformen Instagram und Facebook gehören, sich außergerichtlich mit einer Reihe von US-Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt hatte. Die Staaten hatten dem Unternehmen vorgeworfen, Kinder und Jugendliche im Netz nicht ausreichend zu schützen, obwohl ihm bekannt gewesen sei, welche Risiken die Plattformen bergen.
Meta zahlt nun eine Summe im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich und verpflichtet sich für die kommenden Jahre, die Angebote zu verändern. Minderjährige sollen bestimmte Funktionen auf Instagram und Facebook künftig nur noch für zwei Stunden pro Tag nutzen dürfen. Nachts soll die Plattform für Nutzer unter 18 Jahren ganz gesperrt werden. Unter 13-Jährige müssen demnach ganz von den Angeboten ausgeschlossen werden.
Das Unternehmensmotto von Meta "Die Zukunft menschlicher Verbindungen bauen" nannte Weimer bigott. Tatsächlich isoliere das Unternehmen Kinder vor Bildschirmen. Er fordert, Europas Kindern den gleichen Schutz wie US-amerikanischen Kindern zuzugestehen und die europäischen Digitalgesetze konsequent durchzusetzen.
