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Umfrage: Verschärfte Attestpflicht könnte Fehlzeiten verlängern

Hohe Krankenstände sind der Bundesregierung ein Dorn im Auge. Der Vorstoß zur Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag könnte jedoch laut einer Umfrage nach hinten losgehen.

Eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag könnte Fehlzeiten von Arbeitnehmern verlängern statt verringern. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen YouGov-Umfrage des Sozialverbands VdK.

21 Prozent der Befragten gaben demnach an, sich im Falle einer solchen Neuregelung vorsorglich für einen längeren Zeitraum krankschreiben zu lassen, um nicht erneut zum Arzt gehen zu müssen. Weitere 14 Prozent der Beschäftigten würden bei einer Attestpflicht ab dem ersten Tag eher krank zur Arbeit gehen, um sich den Arztbesuch zu sparen - ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für die Kollegen. 60 Prozent würden ihr Verhalten laut der Umfrage nicht ändern.

"Wer Beschäftigte zwingt, schon am ersten Tag zum Arzt zu gehen, riskiert, dass sich Menschen krank zur Arbeit schleppen oder sich vorsorglich länger krankschreiben lassen", fasst VdK-Präsidentin Verena Bentele die Ergebnisse zusammen. "Das wäre das Gegenteil dessen, was die Reform angeblich erreichen soll."

Die Spitzen der schwarz-roten Bundesregierung hatten sich im Juli darauf geeinigt, dass künftig ab dem ersten Tag der Erkrankung die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gesetzlich vorgeschrieben werden soll. Die genaue Ausgestaltung ist noch offen.