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Meldung

UN: Immer mehr mangelernährte Kinder in Afghanistan im Krankenhaus

Die Lage in Afghanistan ist desaströs. Besonders Kinder leiden unter der überaus schlechten Versorgungslage. Das Kinderhilfswerk Unicef ruft zum Handeln auf.

Millionen Kinder leiden in Afghanistan an teils lebensbedrohlicher Mangelernährung - zugleich sind die Krankenhäuser in dem islamistisch regierten Land überlastet. Darauf machte Unicef-Experte Tajudeen Oyewale am Dienstag in Genf aufmerksam.

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks wurden seit Jahresbeginn mehr als eine halbe Million betroffener Kinder in Kliniken aufgenommen. Die Zahl der Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung und medizinischen Komplikationen sei binnen eines Jahres um ein Drittel gestiegen - von 6.000 im Juli 2025 auf 8.000 im Juli 2026.

"In Teilen Südafghanistans kommen in einigen Krankenhäusern inzwischen drei oder vier schwer mangelernährte Kinder auf jedes verfügbare Bett", sagte Oyewale. Er sprach von einer sich weiter zuspitzenden Krise und fehlendem Geld. So hätten in den vergangenen Monaten Dutzende Behandlungszentren schließen müssen. Vor diesem Hintergrund warb er dringend um mehr finanzielle Unterstützung. "Wir müssen jetzt handeln", appellierte der UN-Experte an die Geldgeber in aller Welt.

Laut einer im Juli veröffentlichten UN-Analyse leiden rund 3,7 Millionen Kinder in Afghanistan an akuter Mangelernährung. Für eine Million von ihnen ist die Lage demnach lebensbedrohlich.

Vor fünf Jahren, im August 2021, hatte der Westen Afghanistan in einem chaotischen Rückzug verlassen. Damals schlossen die USA und ihre Verbündeten nach beinahe zwei Jahrzehnten den Truppenabzug ab. Seither herrschen die islamistischen Taliban in dem Krisenland.