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Bewaffnete Gruppen in Kolumbien rekrutieren immer mehr Kinder

Schutzmechanismen versagen: Trotz des Friedensprojekts von Ex-Präsident Gustavo Petro haben Banden in dem südamerikanischen Land massiv Kindersoldaten angeworben. Wovon die Kriminellen profitieren.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) zieht mit Blick auf Kindersoldaten in Kolumbien ein düsteres Fazit. "Bewaffnete Gruppen in Kolumbien rekrutieren ungestraft Kinder, da die Schutzmechanismen versagen und Social-Media-Plattformen zu einem immer effektiveren Rekrutierungsfeld geworden sind", sagt HRW-Amerika-Direktorin Juanita Goebertus. "Jedes rekrutierte Kind ist ein Zeichen für das Versagen der Regierung."

In den vergangenen fünf Jahren wurden laut Daten der kolumbianischen Ombudsstelle mindestens 1.500 Kinder rekrutiert. Die verfügbaren offiziellen Zahlen deuten auf einen starken Anstieg der Fälle seit 2023 hin. Dieser Anstieg fällt in die Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Gustavo Petro (2022 bis 2026). Er hatte versucht, die bewaffneten Banden mit Verhandlungen im Rahmen seines Projekts "Paz total" zu befrieden. Stattdessen nutzten die Banden die Zurückhaltung der staatlichen Kräfte aus, um ihre Macht in den für den Drogenhandel wichtigen Territorien auszubauen.

Die Mehrheit der gemeldeten Rekrutierungsfälle geht auf das Konto von Teilen der linksextremen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), die den Friedensvertrag von 2016 nicht anerkennen. Mehr als die Hälfte der Fälle konzentriert sich auf den südwestlichen Bundesstaat Cauca.

Petros seit wenigen Wochen im Amt befindlicher rechtslibertärer Nachfolger, Abelardo de la Espriella, will zu einer militärischen Bekämpfung der Guerillabanden zurückkehren.